Viel Lärm um wenig Witz – eine enttäuschende Polit-Satire
Viel Lärm um wenig Witz – eine enttäuschende Polit-Satire
00-Laschet von David Safier, erschienen im Rowohlt Kindler Verlag, klang für mich zunächst nach einer herrlich absurden und unterhaltsamen Polit-Satire. Die Grundidee ist schließlich vielversprechend: Armin Laschet gerät unvermittelt in eine internationale Agentenstory und wird plötzlich zur Schlüsselfigur eines weltumspannenden Abenteuers. Aus diesem ungewöhnlichen Ansatz hätte eine bissige, intelligente und vor allem sehr komische Geschichte entstehen können. Entsprechend hoch waren meine Erwartungen – nicht zuletzt, weil ich viele frühere Bücher von David Safier mit großer Begeisterung gelesen habe.
Schon das Cover macht neugierig und gehört für mich zu den gelungensten Aspekten des Buches. Es ist witzig gestaltet, weckt Aufmerksamkeit und vermittelt genau die Art von Humor, die ich von Safier erwartet hatte. Leider konnte der Inhalt dieses Versprechen für mich nicht einlösen.
Mein größtes Problem war der Humor. Fast keine Pointe wollte bei mir wirklich zünden. Viele Szenen wirken, als wollten sie mit aller Kraft lustig sein, ohne tatsächlich komische Situationen zu erschaffen. Statt feinsinniger Beobachtungen oder gelungener Satire dominieren überdrehte Einfälle, die bei mir kaum mehr als ein müdes Lächeln ausgelöst haben. Dabei hatte ich häufig das Gefühl, dass von allem einfach zu viel vorhanden ist: zu viele verrückte Ideen, zu viele überzogene Szenen, zu viele immer größer werdende Bedrohungen. Doch mehr ist nicht automatisch besser. Gerade bei Humor gilt oft das Gegenteil – weniger wäre hier für mich deutlich mehr gewesen.
Auch die Handlung konnte mich nicht überzeugen. Die Geschichte springt in hohem Tempo von einem Ort zum nächsten, wirft ständig neue Ereignisse und Wendungen in den Ring, ohne dabei einen klaren Fokus zu behalten. Dadurch entstand bei mir weder Spannung noch echtes Interesse am weiteren Verlauf. Vieles wirkte beliebig und oberflächlich. Die politische Satire, auf die ich gehofft hatte, blieb für mein Empfinden weitgehend aus. Statt scharfer Beobachtungen oder pointierter Gesellschaftskritik bekam ich eine Handlung präsentiert, die oft erstaunlich platt und wenig inspirierend wirkte.
Hinzu kommt, dass mich auch der Schreibstil enttäuscht hat. Die Sprache ist sehr schlicht gehalten und erreicht nie die Leichtigkeit oder den Witz, die ich aus früheren Werken des Autors kenne. Die Kapitel sind häufig nur zwei oder drei Seiten lang, was zusätzlich dazu beiträgt, dass die Geschichte zerstückelt wirkt. Viele Seiten enthalten zudem große Freiflächen oder bestehen nur aus wenigen Zeilen Text. Dadurch erscheint das Buch deutlich umfangreicher, als es tatsächlich ist.
Gerade deshalb empfand ich auch den Preis als problematisch. Das Buch umfasst zwar rund 260 Seiten, doch durch die zahlreichen kurzen Kapitel, großzügigen Abstände und halbleeren Seiten fühlt es sich deutlich kürzer an. Inhaltlich hatte ich eher das Gefühl, einen wesentlich schmaleren Roman in der Hand zu halten. Angesichts eines Preises von 18 Euro empfand ich das persönlich als wenig überzeugend.
Auch die Figuren konnten mich nicht erreichen. Sie bleiben überwiegend blass und entwickeln kaum Tiefe. Statt bissiger Charakterzeichnungen oder satirischer Zuspitzungen wirken viele Figuren eher wie Karikaturen ohne nachhaltige Wirkung. Dadurch fiel es mir schwer, mit ihnen mitzufiebern oder mich für ihre Schicksale zu interessieren.
Besonders schade finde ich all das deshalb, weil ich David Safier früher sehr gern gelesen habe. Bücher wie seine früheren Romane haben mich oft laut lachen lassen und gezeigt, wie gekonnt er Humor, Tempo und Unterhaltung verbinden kann. Umso größer war meine Enttäuschung darüber, dass ich davon in 00-Laschet kaum etwas wiedergefunden habe.
Fazit
00-Laschet besitzt eine großartige Ausgangsidee und ein gelungenes Cover, kann das darin steckende Potenzial für mich jedoch nicht ausschöpfen. Weder der Humor noch die Handlung oder die Figuren konnten mich überzeugen. Die erhoffte Polit-Satire bleibt erstaunlich zahm, der Schreibstil wirkt ungewohnt schlicht und die Geschichte verliert sich in überdrehten Einfällen, die selten wirklich zünden. Da ich David Safiers frühere Bücher sehr geschätzt habe, bedaure ich dieses Urteil besonders. Für mich war 00-Laschet leider eine der größten Enttäuschungen der letzten Zeit.
00-Laschet von David Safier, erschienen im Rowohlt Kindler Verlag, klang für mich zunächst nach einer herrlich absurden und unterhaltsamen Polit-Satire. Die Grundidee ist schließlich vielversprechend: Armin Laschet gerät unvermittelt in eine internationale Agentenstory und wird plötzlich zur Schlüsselfigur eines weltumspannenden Abenteuers. Aus diesem ungewöhnlichen Ansatz hätte eine bissige, intelligente und vor allem sehr komische Geschichte entstehen können. Entsprechend hoch waren meine Erwartungen – nicht zuletzt, weil ich viele frühere Bücher von David Safier mit großer Begeisterung gelesen habe.
Schon das Cover macht neugierig und gehört für mich zu den gelungensten Aspekten des Buches. Es ist witzig gestaltet, weckt Aufmerksamkeit und vermittelt genau die Art von Humor, die ich von Safier erwartet hatte. Leider konnte der Inhalt dieses Versprechen für mich nicht einlösen.
Mein größtes Problem war der Humor. Fast keine Pointe wollte bei mir wirklich zünden. Viele Szenen wirken, als wollten sie mit aller Kraft lustig sein, ohne tatsächlich komische Situationen zu erschaffen. Statt feinsinniger Beobachtungen oder gelungener Satire dominieren überdrehte Einfälle, die bei mir kaum mehr als ein müdes Lächeln ausgelöst haben. Dabei hatte ich häufig das Gefühl, dass von allem einfach zu viel vorhanden ist: zu viele verrückte Ideen, zu viele überzogene Szenen, zu viele immer größer werdende Bedrohungen. Doch mehr ist nicht automatisch besser. Gerade bei Humor gilt oft das Gegenteil – weniger wäre hier für mich deutlich mehr gewesen.
Auch die Handlung konnte mich nicht überzeugen. Die Geschichte springt in hohem Tempo von einem Ort zum nächsten, wirft ständig neue Ereignisse und Wendungen in den Ring, ohne dabei einen klaren Fokus zu behalten. Dadurch entstand bei mir weder Spannung noch echtes Interesse am weiteren Verlauf. Vieles wirkte beliebig und oberflächlich. Die politische Satire, auf die ich gehofft hatte, blieb für mein Empfinden weitgehend aus. Statt scharfer Beobachtungen oder pointierter Gesellschaftskritik bekam ich eine Handlung präsentiert, die oft erstaunlich platt und wenig inspirierend wirkte.
Hinzu kommt, dass mich auch der Schreibstil enttäuscht hat. Die Sprache ist sehr schlicht gehalten und erreicht nie die Leichtigkeit oder den Witz, die ich aus früheren Werken des Autors kenne. Die Kapitel sind häufig nur zwei oder drei Seiten lang, was zusätzlich dazu beiträgt, dass die Geschichte zerstückelt wirkt. Viele Seiten enthalten zudem große Freiflächen oder bestehen nur aus wenigen Zeilen Text. Dadurch erscheint das Buch deutlich umfangreicher, als es tatsächlich ist.
Gerade deshalb empfand ich auch den Preis als problematisch. Das Buch umfasst zwar rund 260 Seiten, doch durch die zahlreichen kurzen Kapitel, großzügigen Abstände und halbleeren Seiten fühlt es sich deutlich kürzer an. Inhaltlich hatte ich eher das Gefühl, einen wesentlich schmaleren Roman in der Hand zu halten. Angesichts eines Preises von 18 Euro empfand ich das persönlich als wenig überzeugend.
Auch die Figuren konnten mich nicht erreichen. Sie bleiben überwiegend blass und entwickeln kaum Tiefe. Statt bissiger Charakterzeichnungen oder satirischer Zuspitzungen wirken viele Figuren eher wie Karikaturen ohne nachhaltige Wirkung. Dadurch fiel es mir schwer, mit ihnen mitzufiebern oder mich für ihre Schicksale zu interessieren.
Besonders schade finde ich all das deshalb, weil ich David Safier früher sehr gern gelesen habe. Bücher wie seine früheren Romane haben mich oft laut lachen lassen und gezeigt, wie gekonnt er Humor, Tempo und Unterhaltung verbinden kann. Umso größer war meine Enttäuschung darüber, dass ich davon in 00-Laschet kaum etwas wiedergefunden habe.
Fazit
00-Laschet besitzt eine großartige Ausgangsidee und ein gelungenes Cover, kann das darin steckende Potenzial für mich jedoch nicht ausschöpfen. Weder der Humor noch die Handlung oder die Figuren konnten mich überzeugen. Die erhoffte Polit-Satire bleibt erstaunlich zahm, der Schreibstil wirkt ungewohnt schlicht und die Geschichte verliert sich in überdrehten Einfällen, die selten wirklich zünden. Da ich David Safiers frühere Bücher sehr geschätzt habe, bedaure ich dieses Urteil besonders. Für mich war 00-Laschet leider eine der größten Enttäuschungen der letzten Zeit.