Atmosphärisch starke Dystopie mit kleiner Schwäche im Worldbuilding

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buecherjunky Avatar

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Meine Meinung

Als ich den Klappentext gelesen habe, war ich direkt neugierig. Dystopien mit gesellschaftskritischen Themen holen mich eigentlich fast immer ab und die Idee hinter „1000 und ich“ klang einfach unglaublich spannend. Eine Welt, in der Individualität verboten ist, in der Gleichsein nicht nur gewünscht, sondern erzwungen wird? Klingt erstmal genau nach meinem Ding.

Und ich kann auch direkt sagen: Das Buch hat definitiv starke Momente.

Wir begleiten 8 durch eine streng kontrollierte Welt, in der Regeln nicht hinterfragt werden dürfen und Gehorsam alles ist. Schon diese Grundstimmung ist unglaublich beklemmend und schafft eine Atmosphäre, bei der man beim Lesen permanent dieses ungute Gefühl im Bauch hat. Dieses „Hier stimmt doch irgendwas ganz gewaltig nicht“ zieht sich wirklich durch die ganze Geschichte.

Der Schreibstil ist angenehm, klar und lässt sich schnell lesen. Gerade weil das Buch nicht besonders dick ist, kommt man auch flott durch die Handlung. Die Geschichte wirft spannende Fragen auf rund um Identität, Freiheit, Selbstbestimmung und was einen Menschen eigentlich ausmacht.

Was für mich aber der Grund ist, warum es keine 5 Sterne geworden sind: Ich hätte mir einfach mehr gewünscht.

Mehr Tiefe. Mehr Hintergründe. Mehr Welt.

Die Idee hinter der Geschichte ist richtig stark, aber gerade weil sie so spannend ist, wollte ich oft einfach mehr wissen. Warum funktioniert diese Gesellschaft genau so? Wie ist es dazu gekommen? Manche Dinge bleiben bewusst vage, was sicherlich zur Atmosphäre beiträgt, bei mir aber eher dafür gesorgt hat, dass ich am Ende noch mit einigen Fragezeichen dastand.

Auch emotional hätte mich die Geschichte an manchen Stellen noch mehr packen dürfen. Die Basis dafür ist absolut da, aber mir fehlte stellenweise einfach noch etwas mehr Verbindung zu den Figuren.

Mein Fazit

„1000 und ich“ von Yorick Goldewijk ist eine spannende, beklemmende Dystopie mit einer starken Grundidee und wichtigen Fragen über Individualität und Freiheit. Die Atmosphäre funktioniert wirklich gut und die Geschichte liest sich angenehm weg. Für ein Highlight hat mir persönlich aber etwas mehr Tiefe im Worldbuilding und bei den Figuren gefehlt.

Ein lesenswertes Jugendbuch, das definitiv zum Nachdenken anregt — auch wenn ich am Ende noch gern etwas mehr gehabt hätte.