"Auch schwarze Jungs haben Liebesgeschichten verdient." (Zitat!)

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melb2508 Avatar

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"Auch schwarze Jungs haben Liebesgeschichten verdient." - das Zitat aus der Danksagung des Autoren am Ende des Buches trifft bei mir einen Nerv, genau wie dieses wunderschöne Buch selbst!
Es handelt von Neon, der verliebt ist in Aria. Sie stehen im Jetzt, als das Buch beginnt, kurz davor, ihr erstes Mal miteinander zu erleben und wir lesen aus Neons Sicht, was 24 Sekunden, Stunde, Tage, Wochen und Monate vorher geschehen ist und erleben so nicht nur die wirklich wunderschön beschriebene Liebesgeschichte von Neon und Aria, sondern lernen auch deren Familien und Freunde kennen. Der Autor schafft es durch seine beobachtende Sprache und den Blickwinkel von Neon dem Lesenden einen sehr konkreten und wirklich liebevollen Blick auf Neons und Arias Umfeld zu geben. Da wird nichts beschönt oder übertrieben harmonisch dargestellt, es gibt durchaus Probleme, Tränen und Ärger, aber es gibt eben auch wirklich viel Liebe und Empathie und Menschen, die ich beim Lesen sofort liebgewonnen habe. Ich habe sogar von den Bingo-Abenden, die Neons Vater hauptberuflich veranstaltet und Neons Beteiligung dabei geträumt!
Im Fokus steht auch natürlich die Situation, in der sich Aria und Neon jetzt befinden. Der Wunsch, die körperlichen Bedürfnisse, die sie haben, auszuleben und ebenso die Angst davor, was das mit ihnen machen wird, wie es generell sein wird. Aus Neons Sicht beschrieben hat mich besonders berührt, wie sehr er sich darum Gedanken macht, dass Aria es genießen wird und wie wichtig es ihm ist, dass es für beide schön wird. Er führt Gespräche mit seinem Vater und seiner Mutter, die mich als Mutter von heranwachsenden Töchtern mehr als mitten ins Herz getroffen haben. Neon ist kein Junge, der vor seinen Freunden mit etwas prahlen möchte, nein, er ist ein Junge, der verliebt ist, der sogar liebt und der sein ganzes Leben lang schon geübt ist darin, zu lieben. Umgeben von Menschen, die ihn lieben, und die er liebt, hat er die Fähigkeit, dies auch zu zeigen und auch aus diesem Grund hat mich die Geschichte der beiden und die Situation, die geschildert wird, wirklich sehr berührt.
Dass alle Protagonisten Schwarz sind, ist auch nicht unwichtig für die Geschichte, die durchaus in einen bestimmten Kontext gebettet ist. Als Beispiel hat mich das Mutter-Sohn-Gespräch fasziniert, in dem Neons Mutter ihn auf das absolut gängige (und widerliche!) Vorurteil bezüglich der Größe des G*teils von Schwarzen Männern anspricht. Darüber habe ich noch nie nachgedacht, es aus dieser Sicht zu betrachten!
Die Geschichte ist zwar kurz, aber wirklich prallvoll mit wirklich tollen Figuren und Szenen und mit Menschen, die lieben und einander diese Liebe auf vielfältige Art und Weise zeigen.
Ein wunderschönes Buch, das ich absolut geliebt habe und uneingeschränkt weiterempfehle!