Mehr als nur der Klappentext

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wolfram Avatar

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Manche der Leseproben-Rezensionen klingen, als hätte jemand nur den Klappentext gelesen.
Dabei kommt der Teil, dass Hannah ins "Schreib-Exil" geschickt wird, erst viel später im Buch.

Der Prolog beschreibt einen fast stümperhaften Mord an einer Frau und man ist sich nicht sicher, ob er aus Hannahs unfreiwillig erfolgreichem Krimi stammt oder in Wirklichkeit stattfindet und eine Vorschau auf die Situation auf Sizilien ist.

Während Hannah im ersten Kapitel darauf wartet, dass ihre "Frau-im-fortgeschrittenen-Alter"-Visage vom Make-Up-Künstler fertigbearbeitet ist, damit sie endlich das verhasste Frühstücksfernsehen-Interview hinter sich bringen kann, folgen wir ihr auf ihren stark frustrierten Gedankengängen, wie sie den erfolgreichen Krimi in nur einem Monat geschrieben hat, während ihr eigentliches Herzensprojekt, ein Liebesroman, unangetastet in den Buchläden liegenbleibt.
Erfolg mit dem Falschen! Das ist für sie fast unerträglich. Eigentlich sogar so unerträglich, dass sie das TV-Interview zum Skandal macht.

Ein Mysterium ist die Andeutung, was sie zum Schreiben des Krimis brachte, etwas, das sie ohne die Hilfe ihres Autoren-Konkurrenten nicht überlebt hätte. Mehr davon!

Ihre Beziehung zu Margret aus Island, die Überlegungen, in Kopenhagen oder Island zusammenzuziehen - spannend!

Hannahs Kampf mit ihrem Lektoren Bastian, dem sie vertraglich eine Fortsetzung des "Frauenkrimis" schuldet - doppelte Qual, hatte sie den ersten Krimi eher aus Trotz als aus Leidenschaft geschrieben.

All diese Themen werden so locker, andeutungsvoll und fesselnd beschrieben, dass der Klappentext "Mord auf Sizilien" eigentlich fast nebensächlich erscheint.