39 Grad im Schatten: Warum ich diesen Sizilien-Krimi verschlungen habe
Sizilien, 39 Grad im Schatten, eine schwere Schreibblockade und viel zu viel Rotwein – eigentlich die perfekte Mischung für einen entspannten (oder deprimierenden?) Arbeitsurlaub. Doch in Jenny Lund Madsens "39 Grad Mord" wird aus der Suche nach Inspiration ganz schnell ein Kampf ums nackte Überleben. Hier ist meine Rezension zu diesem hitzigen Kriminalroman:
Ich muss gestehen, die Protagonistin Hannah Krause-Bendix hat es mir nicht leicht gemacht, sie zu mögen. Sie ist keine klassische Sympathieträgerin, sondern eine dänische Krimiautorin mit Liebeskummer, die eigentlich „echte“ Literatur schreiben will, aber von ihrem Lektor nach Sizilien verfrachtet wird, um endlich den fälligen zweiten Bestseller zu liefern. Sie nörgelt, sie trinkt definitiv zu viel Nero d’Avola, und ihre Selbstgerechtigkeit grenzt manchmal an das Unerträgliche.
Und doch: Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen.
Statt an ihrem Manuskript zu arbeiten, landet Hannah nach einer weinseligen Nacht in der luxuriösen Villa eines schwedischen Ehepaars. Das Problem: Die Gastgeberin ist tot, erschlagen mit einem Fleischhammer, deren Ehemann ist weg und Hannah? Sie ist die Hauptverdächtige und hat einen Blackout, der so groß ist wie der Ätna.
Was folgt, ist eine fieberhafte Jagd durch die flirrende Hitze Süditaliens. Da die lokale Polizei in ihren Augen (natürlich) unfähig ist, beginnt Hannah selbst zu ermitteln. Unterstützt wird sie dabei von ihrer isländischen Freundin und einer örtlichen Polizistin, welches dem Ganzen eine spannende, weibliche Dynamik verleiht.
Was mir besonders gefallen hat, ist der schwarze Humor. Die Selbstironie, mit der die Autorin das Krimi-Genre aufs Korn nimmt, ist herrlich erfrischend. Hannahs zynische Sicht auf die Welt sorgte für einige Lacher, auch wenn man sie manchmal schütteln möchte.
Das Setting ist passend gewählt und man spürt förmlich den Schweiß auf der Haut sowie den Staub der sizilianischen Straßen - perfekt zum rasanten Erzähltempo. Ein lockerer, flüssiger und im Präsens verfasster Schreibstil zieht mich sofort die Geschichte. Es ist die perfekte Urlaubslektüre, egal ob man selbst am Strand liegt oder sich nur dorthin träumt.
Ein kleiner Wermutstropfen gibt es allerdings:
Gegen Ende verliert die Geschichte für mich ein wenig an Fahrt, und manche Wendungen wirken fast schon zu konstruiert. Auch die Klischees über die sizilianische Mafia und das Macho-Gehabe vor Ort werden fleißig bedient.
Mein Fazit
"39 Grad Mord" ist ein sommerlicher Krimi mit viel Humor, einer originellen Ermittlerin und einer wunderbar atmosphärischen Kulisse. Perfekt für alle, die Spannung mögen, aber auch gerne schmunzeln - unterhaltsam, clever und absolut lesenswert.
Bewertung: ⭐⭐⭐⭐⭐ (5 von 5 Fleischhämmern)
Ich muss gestehen, die Protagonistin Hannah Krause-Bendix hat es mir nicht leicht gemacht, sie zu mögen. Sie ist keine klassische Sympathieträgerin, sondern eine dänische Krimiautorin mit Liebeskummer, die eigentlich „echte“ Literatur schreiben will, aber von ihrem Lektor nach Sizilien verfrachtet wird, um endlich den fälligen zweiten Bestseller zu liefern. Sie nörgelt, sie trinkt definitiv zu viel Nero d’Avola, und ihre Selbstgerechtigkeit grenzt manchmal an das Unerträgliche.
Und doch: Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen.
Statt an ihrem Manuskript zu arbeiten, landet Hannah nach einer weinseligen Nacht in der luxuriösen Villa eines schwedischen Ehepaars. Das Problem: Die Gastgeberin ist tot, erschlagen mit einem Fleischhammer, deren Ehemann ist weg und Hannah? Sie ist die Hauptverdächtige und hat einen Blackout, der so groß ist wie der Ätna.
Was folgt, ist eine fieberhafte Jagd durch die flirrende Hitze Süditaliens. Da die lokale Polizei in ihren Augen (natürlich) unfähig ist, beginnt Hannah selbst zu ermitteln. Unterstützt wird sie dabei von ihrer isländischen Freundin und einer örtlichen Polizistin, welches dem Ganzen eine spannende, weibliche Dynamik verleiht.
Was mir besonders gefallen hat, ist der schwarze Humor. Die Selbstironie, mit der die Autorin das Krimi-Genre aufs Korn nimmt, ist herrlich erfrischend. Hannahs zynische Sicht auf die Welt sorgte für einige Lacher, auch wenn man sie manchmal schütteln möchte.
Das Setting ist passend gewählt und man spürt förmlich den Schweiß auf der Haut sowie den Staub der sizilianischen Straßen - perfekt zum rasanten Erzähltempo. Ein lockerer, flüssiger und im Präsens verfasster Schreibstil zieht mich sofort die Geschichte. Es ist die perfekte Urlaubslektüre, egal ob man selbst am Strand liegt oder sich nur dorthin träumt.
Ein kleiner Wermutstropfen gibt es allerdings:
Gegen Ende verliert die Geschichte für mich ein wenig an Fahrt, und manche Wendungen wirken fast schon zu konstruiert. Auch die Klischees über die sizilianische Mafia und das Macho-Gehabe vor Ort werden fleißig bedient.
Mein Fazit
"39 Grad Mord" ist ein sommerlicher Krimi mit viel Humor, einer originellen Ermittlerin und einer wunderbar atmosphärischen Kulisse. Perfekt für alle, die Spannung mögen, aber auch gerne schmunzeln - unterhaltsam, clever und absolut lesenswert.
Bewertung: ⭐⭐⭐⭐⭐ (5 von 5 Fleischhämmern)