Streckenweise oberflächlich und willkürlich

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hornita Avatar

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Dies ist der zweite Fall für die Dänische Autorin Hannah Krause-Bendix, die zufällig in einen Mordfall stolpert. Der erste Fall wird nicht erwähnt, nur die Personen, die sie dabei auf Island kennen gelernt hat, so dass sich dieses Buch unabhängig lesen lässt. Anfangs war mir die ironisch-selbstkritische Hannah sympathisch, mit der Zeit fand ich ihr naives und ungeplantes Vorgehen etwas anstrengend, ebenso wie ihr weinerlich kommentiertes Liebesleben. Das Buch startet interessant, ich fand den Kontrast von nordischen Charakteren in süditalienischer Umgebung ganz reizvoll. Und auch dass sie zufällig bei dem Mord im Haus war, wurde nachvollziehbar und glaubhaft geschildert. Damit hat das Buch aber schon seine besten Kapitel hinter sich, denn die Art und Weise, wie Hannah über die Insel stolpert, Wein trinkt und vermeintlich ermittelt, hat mir nicht wirklich gefallen. Der Plot hätte durchaus Potenzial gehabt, aber es wirkt vieles unstrukturiert und oberflächlich und wirkliche Ermittlungen sehen anders aus. Einerseits gibt einige Klischees, andererseits ist das Setting so unspezifisch, es hätten viele Mittelmeerinseln sein können. Der Schreibstil ist frisch und spritzig und hat über den wenig spannenden Mittelteil hinweggeholfen. Alles in allem ein eher oberflächlicher Krimi mit willkürlich wirkenden Ermittlungen.