Unspektakulär
Wer der Annahme und berechtigten Hoffnung ist, dass der Krimi nach einem blutigen und mysteriösen Prolog Fahrt aufnehmen und im weiteren Verlauf in fortgesetzter, spannender Ermittlungsarbeit Licht ins Dunkel der ersten Seiten bringen würde, wird weitestgehend enttäuscht. Mehr als 300 Seiten wabbern die Ereignisse vor sich hin, ohne dass es richtig voran kommt. Die Gesamtszenerie wirkt abgehoben, unwirklich, weltfremd, unausgereift, auf der Stelle tretend, die Einsatzorte wiederholen sich, ohne dass elementare Neuigkeiten auftauchen, das Ganze hat einen faden Beigeschmack von Langeweile und kann den Leser nicht wirklich mitreißen. Da verwundert es auch nicht, dass die Hauptperson, eine vermeintliche Krimiautorin mit Schreibblockade, die nicht selten ihren "eigenen Krimi" nur mit Alkoholkonsum erträgt, in laien- und stümperhafter Manier die entscheidenden Beiträge zur Polizeirecherche und Lösung der Kriminalfalls liefert, da offensichtlich die eigentlich Zuständigen dazu nicht in der Lage sind. Und zu allem Überfluss kommt auch noch ihr Liebesleben in den verschiedenen Facetten zur Sprache. Da fragt man sich: Muss das sein? Und natürlich darf auf Sizilien auch die Mafia nicht fehlen.
Erst die letzten 50-60 Seiten bringen mehr Schwung in die Handlung, wenn es um die konkrete Auflösung der Falls geht. Leider zu spät, musste man doch bis hierhin durchhalten.