Ein Auftakt voller Spannung und Potenzial

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Leerer Stern
pandas_bücherblog Avatar

Von

Das Cover hat mich sofort angesprochen. Der Drache und die Funken wirken geheimnisvoll und kraftvoll, und die dunklen Farben passen perfekt zur düsteren Stimmung der Geschichte. Auch der Farbschnitt macht das Buch zu einem richtigen Hingucker im Regal.
Sophie Jordans Schreibstil ist angenehm flüssig und lässt sich sehr leicht lesen. Man findet schnell in die Handlung und kann die Gedanken und Gefühle der Charaktere gut nachempfinden.

Die Geschichte startet mit Tamsyn, dem königlichen Prügelmädchen, das für die Fehler der Prinzessinnen büßen muss. Der Einstieg hat mich direkt gepackt und auch ziemlich wütend gemacht, weil ich Ungerechtigkeiten einfach nicht ausstehen kann. Man spürt die Härte ihres Lebens, die Schmerzen, die sie ertragen muss, und gleichzeitig ihre innere Stärke. Sie ist eine beeindruckende Protagonistin, die zäh, clever und kämpferisch ist, ohne dabei unnahbar zu wirken. Ihre Gedanken und inneren Konflikte werden gut transportiert, sodass ich ihre Entscheidungen gut nachvollziehen konnte.
Die Wendung, dass Tamsyn den gefürchteten Krieger Fell heiraten muss, bringt sofort Spannung in die Geschichte, obwohl man diese Information bereits dem Klappentext entnehmen kann. Die Dynamik zwischen den beiden ist interessant, aber für mich an manchen Stellen noch etwas oberflächlich. Das körperliche Knistern ist zwar spürbar, ich hätte mir aber eine tiefere emotionale Verbindung gewünscht. Fell ist als Figur faszinierend, brutal und unberechenbar, gleichzeitig aber auch menschlich, was ihn greifbar macht. Die Kapitel aus seiner Sicht geben der Story zusätzliche Tiefe.
Das Worldbuilding hat mir gut gefallen. Die Idee mit den Drachen und der Magie ist spannend, auch wenn sie im ersten Band eher angedeutet werden. Ich hoffe sehr, dass Band zwei hier mehr für uns bereithält, denn die Drachen hatten für mich noch nicht die Präsenz, die ich erwartet hatte. Auch das historische Setting des Hofes mit seinen Regeln und Traditionen wird anschaulich dargestellt und schafft eine stimmige Atmosphäre.
Ein kleiner Kritikpunkt ist, dass sich die Handlung stellenweise etwas zieht und einige Wendungen vorhersehbar wirken. Außerdem hätte ich mir bei der Liebesgeschichte und bei Fell noch etwas mehr emotionale Tiefe gewünscht, damit die Verbindung zwischen den beiden noch nachvollziehbarer und packender gewesen wäre.

Fazit:
"A Fire in the Sky" ist ein spannender Reihenauftakt mit einer starken Protagonistin, einer düsteren Atmosphäre und einer Welt, die Lust auf mehr macht. Die Liebesgeschichte ist interessant, aber noch etwas ausbaufähig, und die Drachen treten bisher eher in den Hintergrund. Ich bin gespannt auf Band zwei, weil die Grundlagen für eine große, fesselnde Geschichte gelegt sind.
4/5 Sterne