Ein geheimnisvoles Erbe

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Leerer Stern
träumerin Avatar

Von

Seit sie als kleines Mädchen im Schloss gefunden wurde, wuchs Tamsyn als Teil der königlichen Familie auf. Als Prügelmädchen nimmt sie die Bestrafungen der Prinzessin auf sich, die für sie wie Schwestern sind. Doch als sie gezwungen wird einen Lord der Grenzlande zu heiraten ändert sich ihr Leben schlagartig. Den das Knistern zwischen ihr und Fell erweckt eine Uralte Magie, die längst ausgestorben sein sollte.


Eine Geschichte mit wenig unerwarteten Handlungen, dennoch lebendig und überzeugend.
Wer eine Geschichte mit komplexer Welt, neuen Wesen und überraschendem Ende voraus setzt, sollte sich eine andere Geschichte suchen. Sophie Jordan erfindet das Rad nicht neu und die Erfüllung des ein oder anderen Klischees ist auch dabei. Es gab selten Wendungen, die mich überrascht haben, dennoch hat mich die Geschichte gefesselt.
Die Charaktere sind lebendig und mit humorvollen Dialogen, aber auch Tiefe wird eine unterhaltsame Spannung erzeugt, der ich mich bald nicht mehr entziehen konnte. Die Welt ist düster, geprägt von Machtmissbrauch, gleichzeitig jedoch wenig komplex ohne oberflächlich zu wirken. Eine gut gelungene Mischung aus Weltenaufbau und Charakterentwicklung in der jede einzige Handlung nachvollziehbar bleibt. Ein gelungener Einstieg und ein leichter Cliffhanger machen Lust auf mehr.
Tamsyn ist eine sture, kämpferische Frau, die jedoch zu beginn kaum etwas hinterfragt. Erst ein langer, harter Ritt und ein uraltes Erbe helfen ihr ihre Naivität abzulegen. Sie ist eine Beschützerin, die nur selten ihr eigenes Wohl überhaupt bedenkt.
Ihre Beziehung zu Fell, die direkt mit einer Lüge beginnt ist intensiv, greifbar und es hat viel Spaß gemacht mitzuverfolgen wie sie von Hass langsam zu etwas anderem wurde.
Fell war ein großartiger Charakter. Obwohl er nach außen arrogant und mächtig wirkte, hatte er viele Facetten. Er war so viel mehr als der Krieger und bewies immer wieder Humor und Güte. Die Kapitel aus seiner Sicht waren unterhaltsam und seine Gedanken über Tamsyn standen mitunter im großen Gegensatz zu seinen Handlungen.
Ein gelungener Auftakt in eine Welt voll magischer Kreaturen, einem Prügelmädchen mit mysteriöser Vergangenheit und einem Krieger, der so viel mehr ist, als er selbst weis.