Ein ruhiger Auftakt mit Potenzial

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nicawa Avatar

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A Fire in the Sky ist für mich ein ruhiger, aber atmosphärisch starker Fantasy-Auftakt, der weniger durch große Überraschungen als durch seine Figuren getragen wird.

Besonders Tamsyn hat mich beschäftigt. Sie ist keine klassische Heldin, sondern eine junge Frau, die gelernt hat, Schmerz zu ertragen und sich selbst dabei völlig hintenanzustellen. Ihre Entwicklung ist langsam und oft frustrierend, aber genau das macht sie für mich glaubwürdig. Man spürt, wie sehr sie für andere lebt und wie wenig Raum sie sich selbst zugesteht.

Die Geschichte wird aus mehreren Perspektiven erzählt, was mir gut gefallen hat, da man die Figuren dadurch besser versteht. Fell ist dabei klar mein Highlight. Seine Motive sind nachvollziehbar, sein Handeln wirkt nie beliebig, und hinter seiner harten Art steckt deutlich mehr, als man zunächst erwartet. Die Beziehung zwischen ihm und Tamsyn ist geprägt von Anziehung und Misstrauen und fühlt sich zwar stellenweise vorhersehbar an, aber emotional stimmig.

Inhaltlich passiert insgesamt gar nicht so viel, und manche Passagen ziehen sich. Trotzdem wurde mir nie langweilig, weil die Stimmung durchgehend dicht bleibt. Die Welt wirkt düster, politisch angespannt und eher bodenständig als episch, was gut zur Geschichte passt. Einige Entwicklungen konnte man kommen sehen, andere haben mich emotional trotzdem überrascht.

A Fire in the Sky ist kein Buch, das mit Originalität oder Tempo punktet, sondern mit Atmosphäre, Figuren und einer leisen Spannung, die mich bis zum Ende gehalten hat. Für mich ein gelungener Reihenauftakt mit Potenzial nach oben.