Gute Idee – aber wir arbeiten noch dran

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lissa342 Avatar

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Sobald irgendwo Drachen draufstehen, stehe ich innerlich schon in der ersten Reihe und rufe: „Nehmt mein Geld!“ Natürlich musste also auch A Fire in the Sky bei mir einziehen. Und fairerweise: Die Idee ist stark. Wirklich stark. Schon die Leseprobe hat mich komplett abgeholt. Besonders das Konzept rund um das „Prügelmädchen“ fand ich spannend – ein Begriff, den man kennt, über den man aber selten wirklich etwas liest.
Tamsyn als Figur hat mich schnell berührt. Ihre Loyalität zu ihrer Familie – trotz Folter, trotz Ausbeutung – ist intensiv und glaubwürdig. Wie weit sie für ihre Schwestern und Zieheltern gehen würde, hat der Geschichte echtes emotionales Gewicht gegeben. Das war kein oberflächliches „Ich beschütze euch“, sondern ein schmerzhaftes, konsequentes Festhalten an Liebe.
Und dann wäre da noch Fell. Ich sag’s, wie es ist: Ich war schneller überzeugt, als ich zugeben möchte. Die Dynamik zwischen ihm und Tamsyn? Großartig. Spannend, knisternd, emotional aufgeladen – da hat es einfach gestimmt.

Aber. (Und dieses Aber kommt leider nicht leise.)

Was meine anfängliche Begeisterung zunehmend ausgebremst hat, waren die ständigen Wiederholungen. Die Handlung wurde immer wieder in Nebensätzen neu erklärt – als hätte das Buch Sorge, ich könnte mich nicht mehr erinnern, was drei Seiten zuvor passiert ist. Für LeserInnen, die Bücher über Wochen hinweglesen und zwischendurch komplett vergessen, worum es ging, mag das hilfreich sein. Für mich war es eher… nun ja… anstrengend.
Dazu kamen Wortwiederholungen, die irgendwann unfreiwillig komisch wurden. Ein Beispiel? Die Größe eines gewissen Mannes. Ja, er ist groß. Sehr groß. Unglaublich groß. Größer als groß. Ich habe es verstanden. Wirklich. Aber wenn ich noch einmal „der große Mann“ gelesen hätte, hätte ich ihm vermutlich einen Zollstock geschenkt – einfach aus Prinzip.
Dieses Problem zog sich leider durch mehrere Details. Dinge wurden so oft betont, dass sie eher an Wirkung verloren haben, statt stärker zu werden. Irgendwann habe ich manche Passagen nur noch überflogen – nicht, weil die Story schlecht war, sondern weil sie sich selbst ein wenig im Kreis drehte.

Und trotzdem: Die Grundidee, die Figuren und die emotionale Spannung haben mich genug gepackt, um wissen zu wollen, wie es weitergeht. Das spricht eindeutig für die Geschichte.

Fazit: Ein starker Anfang, tolle Figuren, viel Potenzial – aber die Wiederholungen nehmen dem Ganzen Tempo und Schärfe. Weniger wäre hier definitiv mehr gewesen. Trotz meiner Genervtheit war ich investiert. Von mir gibt es 4 von 5 Sternen – mit der Hoffnung, dass im nächsten Teil etwas mehr Vertrauen in die Merkfähigkeit der LeserInnen steckt.