Leseeindruck in drei Worten: zerrissen – flirrend – bedrückend!

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jane.bookish Avatar

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Josie lebt unter falschem Namen in Italien, versteckt sich vor ihrer Vergangenheit – und wirkt ein wenig instabil, weil selbst harmlose Situationen sie sofort aus der Bahn werfen. Ein Foto in einer Zeitschrift, ein fremder Fotograf auf einer Hochzeit, bestimmte Namen oder Erinnerungen reichen aus, damit alte Ängste sofort wieder hochkommen. Zwischen Sommer, Meer und italienischem Familienchaos liegt deshalb permanent diese unterschwellige Anspannung.

Besonders stark fand ich die Rückblicke nach Hollywood. Josie war nie einfach nur ein Kinderstar, sondern ein Produkt, das funktionieren musste. Erwachsene entscheiden über ihren Körper, ihre Auftritte, ihre Karriere und schauen viel zu lange weg, obwohl längst klar ist, wie schlecht es ihr geht. Gerade diese Mischung aus Ruhm, Kontrolle und emotionaler Verwahrlosung fand ich ziemlich heftig.
Josie wirkt verletzlich, überfordert, manchmal fast verloren, versucht aber gleichzeitig krampfhaft, sich selbst irgendwie festzuhalten.

Der Schreibstil ist atmosphärisch, emotional und sehr bildhaft. Die italienische Küstenstadt fühlt sich warm, laut und lebendig an – gleichzeitig wirkt alles leicht fremd und unwirklich, fast so, als würde Josie nirgends wirklich ankommen.

Emotional deutlich schwerer, als das sommerliche Setting zuerst vermuten lässt.