A Girl Named Josie: Wenn die Wellen der Vergangenheit endlich zur Ruhe kommen

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josephine5 Avatar

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„A Girl Named Josie“ fühlt sich an wie der große, reinigende Sturm nach einer langen Reise. Kristina Moninger bescherte mir hier ein absolut euphorisches, fast überwältigendes Leseerlebnis. Es ist der Autorin sehr gut gelungen, ernste und schwere Themen wie Schuld, Verlust und Missbrauch mit einer unerschütterlichen Wärme, Hoffnung und sommerlicher Leichtigkeit zu balancieren.

Der Schreibstil ist gewohnt bildhaft, gefühlsgesteuert und fast schon filmisch. Allerdings verlangt das Buch dem Leser einiges ab: Durch die vielen Rückblicke verschwimmen das „Damals“ und das „Heute“ zeitweise stark miteinander. Das passt zwar hervorragend zum emotionalen Chaos der Protagonistin, sorgt aber stellenweise für Längen, die den Lesefluss etwas ausbremsen. Auch die Fülle an Charakteren und Namen erfordert Konzentration – wer die ersten vier Bände nicht kennt, könnte sich trotz der geschickt eingewebten Rückblenden anfangs etwas verloren fühlen. (Ein Quereinstieg ist zwar theoretisch möglich, aber um das Beziehungsgeflecht der fünf Freundinnen vollends zu genießen, sollte man die Bücher in chronologischer Reihenfolge lesen).

Josie ist keine klassische Sympathieträgerin. Sie agiert oft widersprüchlich, flüchtet vor Problemen und stößt Menschen vor den Kopf. Doch gerade diese Ecken und Kanten machen ihre Entwicklung zur stärksten der gesamten Reihe. Man leidet und hofft mit ihr. Ein absolutes Highlight ist der Epilog: Die Zeitsprünge in Form von Zeitungsartikeln runden das Schicksal der Clique bis in die Gegenwart perfekt ab und halten für treue Fans wunderbare Easter Eggs bereit.

Für mich ein fesselnder, bittersüßer Abschluss, der alle offenen Fragen beantwortet und zeigt, wie wichtig Vergebung, Zusammenhalt und der Mut sind, für sein eigenes Glück zu kämpfen. Ein absolutes Must-Read für Romance-Fans mit Hang zu dramatischen Tiefen! 5 von 5 Sternen.