slow, aber gut!
das cover wirkt wie ein klassischer sommer-romance-auftakt.. ozeanfarben, ruhig und irgendwie melancholisch was gut zu der breaking waves-welt passt die sich wie ein zusammenhängendes geflecht aus freundschaft und vergangenheit anfühlt. josies geschichte setzt genau da an wo vieles schon zerbrochen ist… sie kehrt nach jahren der flucht zurück zu den menschen die sie verletzt hat und gleichzeitig zu einer liebe die sie nie wirklich losgelassen hat. besonders spannend finde ich das die figur nicht als reine sympathieträgerin funktioniert sondern eher widersprüchlich bleibt! man versteht ihre entscheidungen auch wenn sie oft schmerzhaft sind. genau das macht die emotionalen konflikte glaubwürdig. die beziehungsebene ist dabei klar zentral aber es geht genauso stark um schuld, verantwortung und die frage ob man überhaupt wirklich neu anfangen kann wenn die vergangenheit so präsent bleibt. der schreibstil wirkt sehr gefühlsgesteuert und bildhaft, manchmal fast filmisch was gut zur sommerlichen insel- und surfcamp-atmosphäre passt. an manchen stellen hätte ich mir etwas mehr tempo gewünscht weil vieles sehr langsam aufgearbeitet wird aber genau das verstärkt auch dieses feststecken zwischen damals und jetzt gefühl. insgesamt ein emotionaler zweiter-chance-roman mit viel drama, verletzlichkeit und sommerlicher melancholie. für alle die gerne tief in beziehungs- und freundschaftsnetzwerke eintauchen und kein problem mit langsamer, gefühlvoller erzählweise haben auf jeden fall empfehlenswert.