Zwischen verbranntem Truthahn und Beziehungs-Muckefuck
Ganz ehrlich: Bei dieser Leseprobe sträuben sich mir als bekennender Weihnachts- und Kitsch-Verächterin erst einmal sämtliche Nackenhaare. Ein Buch, das schon im Titel mit Glocken bimmelt, mit Stechpalmen-Grafiken verziert ist und im Vorwort stolz verkündet, dass die Autorin Cupcake-Wettbewerbe gewonnen hat und ein paar Festtags-Rezepte beisteuert – da ahnt man schon von Weitem, dass hier gleich ein zuckersüßer Zuckerguss über die Seiten gekippt wird.
Was mich an der Geschichte aber tatsächlich positiv überrascht und zum Schmunzeln gebracht hat, ist der trockene Galgenhumor am Anfang. Diese herrlich chaotische Familienhölle, in der die Schwester in einer giftigen Mischung aus Ehrgeiz und Unfähigkeit die Küche in Brand setzt – mit Kartoffelpüree samt Vanille-Hafermilch, kohlrabenschwarzen Marshmallows und einer einzigen funktionierenden Toilette für das ganze Haus – ist Gold wert. Sich heimlich Pfannkuchen per Liefer-App wie einen illegalen Drogendeal in den verschneiten Garten zu bestellen, nur um nicht an einer Lebensmittelvergiftung zu krepieren, hat genau die richtige Prise bissigen Sarkasmus. Und dass der räudige Nachbars-Waschbär die Beute am Ende hinter der Klimaanlage hervorfrisst, bricht das künstliche Festtags-Gedudel herrlich trocken auf.
Sobald allerdings die eigentliche Romanze die Bühne betritt, wird es mir dann doch wieder viel zu platt. Dass der Lieferfahrer ausgerechnet einen Unfall baut und ausgerechnet der Ex-Freund danebensteht, die Pfannkuchen übernimmt und nach zehn Jahren wie bestellt im Garten auftaucht – natürlich mittlerweile zum durchtrainierten, muskulösen Arzt gereift –, ist so ein hanebüchener Reißbrett-Zufall, dass man eigentlich nur die Augen verdrehen kann. Und als wäre das nicht schon genug Schmalz, tragen beide wie durch ein Wunder auch noch exakt denselben roten Weihnachtspulli. Dazu diese typischen Schmacht-Monologe, bei denen er sich fragt, ob er tot ist, weil sie im Schneegestöber wie ein Engel aussieht – puh, das trieft dann doch ganz gewaltig nach seichter Vorabend-Schmonzette.
Am Ende der LP fängt sich die Geschichte immerhin ein bisschen, als der wahre Grund für das Beziehungs-Aus auf den Tisch kommt: Dass er damals für seinen Traum nach Berkeley abgehauen ist, während sie mit der Krebserkrankung ihrer Mutter allein zurückblieb. Das bringt für einen kurzen Moment echtes Gewicht und berechtigte Bitterkeit in das Geschehen, statt alles nur auf ein albernes Missverständnis zu schieben.
Wer auf leichte, fluffige Romantik-Komödien mit dem klassischen „Second Chance“-Muster steht und kein Problem damit hat, dass der Zufall hier mit dem ganz großen Holzhammer nachhilft, wird damit sicher einen harmlosen, amüsanten Nachmittag verbringen. Für mich persönlich ist das Ganze drumherum aber schlicht zu viel aufgewärmter Festtags-Kitsch; da bleibe ich doch tausendmal lieber bei einer ehrlichen, heißen Schokolade und lasse das Rentier-Gedöns im Regal stehen.
Was mich an der Geschichte aber tatsächlich positiv überrascht und zum Schmunzeln gebracht hat, ist der trockene Galgenhumor am Anfang. Diese herrlich chaotische Familienhölle, in der die Schwester in einer giftigen Mischung aus Ehrgeiz und Unfähigkeit die Küche in Brand setzt – mit Kartoffelpüree samt Vanille-Hafermilch, kohlrabenschwarzen Marshmallows und einer einzigen funktionierenden Toilette für das ganze Haus – ist Gold wert. Sich heimlich Pfannkuchen per Liefer-App wie einen illegalen Drogendeal in den verschneiten Garten zu bestellen, nur um nicht an einer Lebensmittelvergiftung zu krepieren, hat genau die richtige Prise bissigen Sarkasmus. Und dass der räudige Nachbars-Waschbär die Beute am Ende hinter der Klimaanlage hervorfrisst, bricht das künstliche Festtags-Gedudel herrlich trocken auf.
Sobald allerdings die eigentliche Romanze die Bühne betritt, wird es mir dann doch wieder viel zu platt. Dass der Lieferfahrer ausgerechnet einen Unfall baut und ausgerechnet der Ex-Freund danebensteht, die Pfannkuchen übernimmt und nach zehn Jahren wie bestellt im Garten auftaucht – natürlich mittlerweile zum durchtrainierten, muskulösen Arzt gereift –, ist so ein hanebüchener Reißbrett-Zufall, dass man eigentlich nur die Augen verdrehen kann. Und als wäre das nicht schon genug Schmalz, tragen beide wie durch ein Wunder auch noch exakt denselben roten Weihnachtspulli. Dazu diese typischen Schmacht-Monologe, bei denen er sich fragt, ob er tot ist, weil sie im Schneegestöber wie ein Engel aussieht – puh, das trieft dann doch ganz gewaltig nach seichter Vorabend-Schmonzette.
Am Ende der LP fängt sich die Geschichte immerhin ein bisschen, als der wahre Grund für das Beziehungs-Aus auf den Tisch kommt: Dass er damals für seinen Traum nach Berkeley abgehauen ist, während sie mit der Krebserkrankung ihrer Mutter allein zurückblieb. Das bringt für einen kurzen Moment echtes Gewicht und berechtigte Bitterkeit in das Geschehen, statt alles nur auf ein albernes Missverständnis zu schieben.
Wer auf leichte, fluffige Romantik-Komödien mit dem klassischen „Second Chance“-Muster steht und kein Problem damit hat, dass der Zufall hier mit dem ganz großen Holzhammer nachhilft, wird damit sicher einen harmlosen, amüsanten Nachmittag verbringen. Für mich persönlich ist das Ganze drumherum aber schlicht zu viel aufgewärmter Festtags-Kitsch; da bleibe ich doch tausendmal lieber bei einer ehrlichen, heißen Schokolade und lasse das Rentier-Gedöns im Regal stehen.