Pancakes und Weihnachtskitsch

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bookaddict_sylvia Avatar

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Vielleicht ist A Merry Little Christmas von Abby Jimenez einfach ein Buch, das man erst lesen sollte, wenn es draussen wirklich kalt ist und die Weihnachtsstimmung langsam Einzug hält. An diesem schönen Oktoberwochenende, an dem ich es gelesen habe, war ich dafür definitiv noch nicht bereit.

Trotzdem war ich gespannt auf ihren Weihnachtsroman, schliesslich habe ich mittlerweile alle Bücher der Autorin gelesen und geliebt. Umso neugieriger war ich, was sie uns dieses Mal beschert.

Das Buch besteht aus drei Kurzgeschichten, in denen sich jeweils zwei Menschen näherkommen.

Die erste Geschichte dreht sich um Anna und Jeremy. Jeremy liefert eher zufällig oder vielleicht doch durch Schicksal Annas Essen und damit beginnt eine Geschichte, die eine vor zehn Jahren abgebrochene Kommunikation wieder aufleben lässt. Die Idee fand ich grundsätzlich schön, allerdings konnte mich diese Geschichte leider nicht wirklich packen. Für mich war sie von den drei Geschichten die langweiligste.

Meine persönliche Lieblingsgeschichte war definitiv die zweite mit Rhiannon und Matty. Matty muss aufgrund einer verlorenen Wette mit seinen Brüdern einen Tag in der Pancake Disco verbringen, doch verkleided und maskiert. Dort trifft er auf die Kellnerin Rhiannon und aus diesem zunächst unfreiwilligen Aufenthalt entwickelt sich ein überraschend abwechslungsreicher und unterhaltsamer Tag. Von den drei Geschichten hatte diese für mich mit Abstand das grösste Potenzial. Allerdings war sie, wie die anderen auch, einfach viel zu kurz. Ich hätte sehr gerne noch länger in dieser Geschichte verweilt und mehr über die beiden erfahren.

Die dritte und letzte Geschichte handelt von zwei Trauzeugen, die zunächst versuchen, ihre besten Freunde davon abzuhalten, zu heiraten. Als das nicht funktioniert, setzen sie alles daran, die Hochzeit doch noch zu retten und natürlich kommt es irgendwann dazu, dass zwischen ihnen selbst die Funken sprühen. Die Idee war nett, für mich aber leider auch die unrealistischste der drei Geschichten.

Was ich wie immer geliebt habe, ist Abby Jimenez' Schreibstil. Flüssig, romantisch, ein bisschen kitschig, genau das, was man von ihr erwartet.

Trotzdem konnte mich das Buch insgesamt leider nicht überzeugen. Durch das Kurzgeschichtenformat bleibt einfach wenig Raum für die Charaktere und das einfühlen in die Geschichte, auch wenn Abby vorwarnt im Vorwort. Gerade bei Abby Jimenez, deren Bücher ich sonst so sehr dafür liebe, dass ihre Charaktere und Geschichten Zeit bekommen, sich zu entwickeln, hat mir hier genau das gefehlt.

Und vielleicht sollte man auch einfach nicht mit zu hohen Erwartungen an ein solches Weihnachtsbuch herangehen. Trotzdem muss ich ehrlich sagen: Für mich ist A Merry Little Christmas bisher definitiv ihr schwächstes Buch. Optisch aber süss gestaltet mit den passenden Illustrationen zu den Geschichten. Man findet auch Rezepte, was ich nicht wusste, dass die Autorin Köchin und Konditorin ist, somit bin ich gespannt und werde sicher was daraus ausprobieren.