Emotionaler als erwartet

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quilla3 Avatar

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Ich liebe Coming-of-Age-Geschichten und dass es sich hier um einen Roman mit queerer und neurodivergenter Repräsentation handelt, hat mich zusätzlich gereizt.

Den Schreibstil fand ich modern und flüssig, auch wenn ich schon gesehen habe, dass andere Leser*innen Probleme mit teilweise etwas abgehackten Sätzen hatten. Mir ging es nicht so. Der Schreibstil wirkte vielleicht ein bisschen distanziert, aber ich fand, dass er zu Connies analytischer und wenig kommunikativer Art passte. Insgesamt bin ich schnell und leicht durch das Buch geflogen.

Connie, aus deren Perspektive durchgängig erzählt wird, ist auf den ersten Blick nicht unbedingt eine Sympathieträgerin. Sie hat ein hohes Bedürfnis nach Kontrolle und Ordnung, ist besserwisserisch und sagt immer direkt, was sie denkt. Andere Menschen meidet sie lieber. Ob das vorrangig an ihren biografischen Prägungen oder ihrer Neurodivergenz liegt, wird nicht explizit erklärt, vermutlich ist es eine Kombination aus beidem. Ich fand sie als Protagonistin sehr spannend und authentisch und konnte mich trotz ihrer Eigenarten gut in sie einfühlen. Sie hat mich sogar richtig berührt.

Ihre sorgsam erstellten Routinen werden durch ihre neue Mitbewohnerin Charlotte, liebenswert und chaotisch, komplett auf den Kopf gestellt. Ganz leise beginnt Connie sich zu verändern und es entwickelt sich eine ebenso zarte romantische Annäherung, die oftmals mehr angedeutet wird als explizit beschrieben. Auch die übrige WG und Connies Cousine Millie habe ich ins Herz geschlossen.

Überrascht war ich davon, wie emotional und schmerzhaft sich das Buch entwickelte. Es geht vor allem um die Selbstfindung zwischen Kontrollbedürfnis, erlebtem Anderssein, Verliebtheit und Trauerverarbeitung und um den Mut, sich anderen Personen zu öffnen und neue Wege zu gehen.

Fazit: Für mich war es eine gelungene Coming-of-Age-Geschichte, die mich mit einer Prise Humor und Leichtigkeit durch schmerzhafte Phasen getragen und Hoffnung hinterlassen hat.