Wenn aus Fremden Familie wird

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fandsy Avatar

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England, eine Studenten-WG und eine Protagonistin, die lieber allein bleibt: A Song I Wrote for Charlotte von Caitlin Devlin erzählt vom Erwachsenwerden, vom Anderssein und von Menschen, die einem plötzlich näherkommen, als man eigentlich möchte.

Connie wollte eigentlich Klavier studieren, doch nachdem sie die Aufnahmeprüfung nicht besteht, landet sie in einem Literaturstudium. Statt sich auf das neue Leben zu freuen, begegnet sie ihren Mitbewohnern erst einmal mit ordentlich Skepsis. Vor allem Charlotte, die mit ihrer offenen, sonnigen Art so ziemlich das Gegenteil von Connie ist, macht es ihr nicht gerade leicht, auf Abstand zu bleiben.

Ich mochte besonders die Atmosphäre des Buches. England, das Studentenleben, die WG mit all ihren Eigenheiten – das hat für mich einen ganz eigenen Charme. Gleichzeitig geht es um viel mehr als nur das typische Chaos beim Auszug von zu Hause. Connie ist eine Außenseiterin, die sich mit anderen Menschen schwertut und erst lernen muss, sich auf Freundschaften und Gefühle einzulassen. Dabei fand ich es schön, dass die Figuren nicht einfach in typische Rollen gepresst werden, sondern ihre ganz eigenen Ecken und Kanten haben.

Mit der Zeit entwickelt die Geschichte eine emotionale Tiefe, die ich anfangs gar nicht unbedingt erwartet hätte. Hinter Connies verschlossener Art steckt mehr, als man zunächst vermutet, und auch Charlotte ist mehr als nur der strahlende Sonnenschein. Gerade diese Mischung aus trockenem Humor, leisen Momenten und großen Gefühlen hat mir gefallen.

Für mich ist A Song I Wrote for Charlotte ein Coming-of-Age-Roman, der zeigt, wie prägend die ersten Jahre auf eigenen Beinen sein können – und wie sehr die richtigen Menschen unser Leben verändern. Eine schöne Empfehlung für alle, die Geschichten über Freundschaft, Außenseitertum und das manchmal ziemlich chaotische Erwachsenwerden mögen.