Zwischen Illusion und Wahrheit

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bücherdrache Avatar

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Bei „A Stage Set for Villains“ wusste ich irgendwann nicht mehr, ob ich gerade einer Geschichte folge oder selbst Teil einer Aufführung geworden bin. Bühne, Schauspiel und Magie greifen so eng ineinander, dass man sich nie ganz sicher sein kann, was hinter dem nächsten Vorhang wartet.

Besonders mochte ich, dass sich dieses Konzept auch in der Form des Buches wiederfindet. Die Einteilung in Akte und Szenen und die stellenweise wie ein Theaterstück gesetzten Dialoge sind nicht bloß eine hübsche Spielerei, sondern passen zur Geschichte. Überhaupt ist das Schauspielhaus für mich der stärkste Teil des Romans. Die Vorstellung dieser unsterblichen Spieler, die durch ihre Kunst nicht nur Menschen beeinflussen, sondern Realität verändern können, hat etwas Unheimliches. Dazu kommt die Frage, wie viel Macht Geschichten und diejenigen haben, die bestimmen dürfen, welche Geschichten erzählt werden.

Mit Riven hatte ich zunächst meine Schwierigkeiten. Ihre Entscheidungen haben mich mehr als einmal den Kopf schütteln lassen, gleichzeitig hat sich mein Blick auf sie im Verlauf der Geschichte deutlich verändert. Jude hingegen hat mich von Anfang an neugierig gemacht. Charmant, theatralisch und schwer einzuschätzen, war er für mich eine der interessantesten Figuren des Romans. Die Dynamik zwischen ihm und Riven mochte ich sehr, auch wenn ich mir von der Romanze etwas mehr gewünscht hätte. Nicht alles war für mich sofort greifbar.

Manche Zusammenhänge blieben lange offen und ich war zwischendurch nicht sicher, ob ich etwas übersehen hatte oder ob die Geschichte die Antworten bewusst zurückhält. Besonders gegen Ende fügen sich jedoch viele Dinge zusammen und einige Enthüllungen haben meine Sicht auf das bisher Gelesene noch einmal verändert.

Ein ungewöhnliches Fantasydebüt mit einer Theaterwelt, die mir deutlich stärker im Gedächtnis geblieben ist als vieles andere aus diesem Genre.