Der Herbst darf kommen

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Sarah Hawley liefert mit A Witch’s Guide to Fake Dating a Demon eine erfrischende, humorvolle und zugleich überraschend tiefgründige Rom-Com ab, die das beliebte „Fake Dating“-Trope in ein zauberhaftes, paranormales Gewand hüllt. Der Auftakt dieser Reihe verbindet moderne Hexenmagie, düstere Dämonologie und die Chaos-Dynamik von zwei Charakteren, die gegensätzlicher kaum sein könnten.

​Worum geht es?
​Kudrun „Mariel“ Spark ist eine Hexe, die verzweifelt versucht, den extrem hohen Erwartungen ihrer mächtigen Familie gerecht zu werden. Das Problem: Ihre Magie ist sanft, naturverbunden und weigert sich standhaft, zerstörerische Zauber zu wirken. Als sie unter Druck versucht, ein spektakuläres Pflanzenritual durchzuführen, geht natürlich alles schief. Statt einer blühenden Ranke beschwört sie versehentlich Ozroth the Ruthless – einen der mächtigsten und gefürchtetesten Dämonen der Unterwelt.
​Ozroth ist geschäftsmäßig, eitel und gewohnt, dass Sterbliche ihm ihre Seelen auf einem Silbertablett servieren. Doch Mariel hat gar kein Interesse daran, einen Pakt zu schließen. Das Problem: Der Beschwörungszauber bindet Ozroth an sie, bis das Geschäft abgeschlossen ist. Um Ozroths Ruf in der Hölle zu retten und Mariels herrschsüchtiger Familie vorzugaukeln, dass sie ihr Leben im Griff hat, gehen die beiden einen Deal ein: Sie täuschen eine Beziehung vor.
​Charakterdynamik und Witz
​Das Herzstück des Romans ist unbestreitbar die Chemie zwischen den beiden Hauptfiguren. Das „Gegensätze ziehen sich an“-Motiv wird hier auf die Spitze getrieben:

​Mariel: Eine liebenswerte, aber tief verunsicherte Hexe, die unter dem Syndrom leidet, es allen recht machen zu wollen. Herztropfen und Pflanzensprüher sind ihre Waffen.
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Ozroth: Ein Dämon, der sich als knallharter Seelenhändler inszeniert, aber heimlich von menschlichen Emotionen, Hunden und der modernen Popkultur fasziniert ist.

​Die Dialoge zwischen den beiden sprühen vor Schlagfertigkeit und trockenem Humor. Hawley nutzt das Fake-Dating-Motiv geschickt aus, um Situationskomik zu erzeugen: Wenn ein jahrtausendealter Dämon versucht, beim Sonntagsfrühstück der feindseligen Schwiegermutter in spe wie der perfekte Schwiegersohn zu wirken, bleibt kein Auge trocken.
​Tiefgang hinter der Fassade
​Was das Buch über eine reine Wohlfühl-Komödie hinaushebt, ist die emotionale Entwicklung der Figuren. Unter dem Humor verbirgt sich eine feinfühlige Abhandlung über toxische Familiendynamiken und den Druck, fremden Ansprüchen zu genügen. Mariels Kampf, ihre eigene Art der Magie zu akzeptieren, anstatt sich in die Form zu pressen, die ihre Mutter für sie vorgesehen hat, ist berührend und für viele Leser leicht nachvollziehbar.
​Auch Ozroth erfährt eine glaubwürdige Wandlung. Seine Annäherung an Mariel zwingt ihn dazu, seine eigene emotionale Taubheit zu hinterfragen. Aus der anfänglichen Zweckgemeinschaft entwickelt sich eine tiefe, von Respekt geprägte Bindung, bei der sich beide gegenseitig darin unterstützen, ihre wahren Stärken zu erkennen.

​Hawleys Schreibstil ist spritzig, modern und flüssig zu lesen. Das Magiesystem ist leicht verständlich und fügt sich nahtlos in ein vorstädtisches, alltägliches Setting ein. Wer ein extrem komplexes, hochpolitisches High-Fantasy-Worldbuilding sucht, ist hier an der falschen Adresse. Das Buch konzentriert sich bewusst auf die Figuren, die Atmosphäre und den Beziehungsaufbau. Die magischen Elemente – von störrischen Zauberbüchern bis hin zu skurrilen Dämonen-Bürokraten – dienen als farbenfrohe Kulisse für die Romanze.

​A Witch’s Guide to Fake Dating a Demon ist die perfekte Lektüre für Fans von Grumpy x Sunshine, magischen Verstrickungen und prickelnder Romance. Sarah Hawley gelingt eine wunderbare Balance aus Leichtigkeit, romantischer Knisterspannung und herzerwärmenden Botschaften über Selbstakzeptanz.

​Leseempfehlung für: Alle, die Autoren wie Ali Hazelwood, Lana Harper oder Erin Sterling lieben und Lust auf eine unterhaltsame Rom-Com mit Hörnern, Hufen und ganz viel Herz haben.