Süß, aber mit Schwächen

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martina_tini99 Avatar

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Zuerst einmal muss ich sagen, dass ich das Cover wunderschön finde. Dieses Mintgrün gefällt mir unglaublich gut und zusammen mit dem Farbschnitt und den Kürbissen kommt die Herbststimmung richtig schön zur Geltung. Auch die Idee der Geschichte hat mich sofort angesprochen. Ich hatte mir eine süße, lustige und romantische Story zwischen einem Dämon und der Hexe Mariel gewünscht und teilweise habe ich das auch bekommen, leider konnte das Buch meine Erwartungen insgesamt aber nicht ganz erfüllen.

Vor allem die Beziehung zwischen Mariel und Oz ging mir viel zu schnell. Dafür, dass die beiden eigentlich Feinde sein sollten, hat sich das Ganze für mich einfach nicht so angefühlt. Mir hat da dieses langsame Annähern und die Spannung zwischen den beiden gefehlt. Mariel selbst war mir leider auch ziemlich schnell zu nervig. Sie hat sich meiner Meinung nach oft über Kleinigkeiten extrem aufgeregt und sich in Dinge hineingesteigert, nur damit auf der nächsten Buchseite plötzlich wieder alles Friede, Freude, Eierkuchen war. Das hat mich irgendwann einfach genervt und ich konnte ihre Reaktionen teilweise nicht mehr wirklich ernst nehmen.

Sehr gut gefallen hat mir dagegen ihre Charakterentwicklung. Besonders mochte ich, dass sie irgendwann angefangen hat, für sich selbst einzustehen und auch wirklich das durchgezogen hat, was sie selbst wollte. Das war eine Entwicklung, die ich gerne verfolgt habe. Oz mochte ich im Gegensatz zu Mariel sogar wirklich sehr gerne. Er war lustig, hilfsbereit und einfach unglaublich süß. Vor allem war er immer an ihrer Seite und hat sie nicht im Stich gelassen. Umso mehr hat es mich manchmal genervt, wenn Mariel sich darüber beschwert hat, dass er für sie eingestanden ist. Ganz ehrlich, Oz hat meiner Meinung nach etwas Besseres verdient.

Das Ende kam für mich dann leider überhaupt nicht überraschend. Dass es auf ein Happy End hinausläuft, war natürlich klar, aber mir ging dann auch alles etwas zu schnell. Innerhalb von ein paar Seiten fügte sich plötzlich alles zusammen und schon war das Happy End da. Da hätte ich mir einfach etwas mehr Zeit gewünscht.

Ein Punkt, der mir außerdem ziemlich negativ aufgefallen ist, war der meiner Meinung nach sehr deutliche kommunistische Unterton. Für mich war das nicht einmal besonders gut versteckt, sondern teilweise so offensichtlich, dass es sich fast wie Parteiwahlwerbung angefühlt hat. Sowas möchte ich persönlich ehrlich gesagt nicht in einem Fantasybuch lesen und es hat meinen Lesespaß an diesen Stellen doch ziemlich getrübt.

Am Ende lande ich deshalb bei 3 Sternen. Ich musste beim Lesen trotzdem immer wieder schmunzeln, Oz war für mich ein wirklich toller Charakter und auch die Idee mit der Dämonenwelt fand ich richtig klasse. Die Welt war interessant und ich mochte, wie beschrieben wurde, wie dort alles funktioniert. Insgesamt hatte das Buch also durchaus seine schönen und unterhaltsamen Seiten, konnte mich aber leider nicht so abholen, wie ich es mir vorher erhofft hatte. Deshalb sind 3 Sterne für mich absolut passend, mehr aber auch nicht.