Wenn ein Dämon plötzlich für Herzklopfen sorgt

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silver97 Avatar

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„A Witch’s Guide to Fake Dating a Demon“ hat mich schon mit seiner Grundidee neugierig gemacht: Eine Hexe, deren Zauber regelmäßig anders enden als geplant, beschwört aus Versehen einen Dämon – und plötzlich müssen die beiden auch noch so tun, als wären sie ein Paar. Das klang herrlich chaotisch und genauso startet die Geschichte auch.

Mariel mochte ich schnell. Sie ist warmherzig, naturverbunden und hat eigentlich unglaublich viel magisches Potenzial, zweifelt aber stark an sich selbst. Besonders ihre Probleme mit den Erwartungen ihrer Familie haben ihr für mich mehr Tiefe gegeben. Gleichzeitig tat es manchmal richtig weh zu sehen, wie wenig sie sich selbst zutraut. Ihre Entwicklung im Laufe der Geschichte hat mir deshalb besonders gut gefallen.

Oz war für mich allerdings das eigentliche Highlight. Anfangs gibt er sich als gefährlicher und gefürchteter Dämon, der unbedingt Mariels Seele für einen Handel gewinnen möchte. Dass ausgerechnet er zunehmend mit Gefühlen konfrontiert wird, sorgt für einige sehr unterhaltsame Situationen. Hinter seiner einschüchternden Fassade steckt deutlich mehr, als man zunächst erwartet, und genau diese Gegensätze haben ihn für mich so sympathisch gemacht.

Auch die Dynamik zwischen Mariel und Oz hat mir gefallen. Aus dem anfänglichen Fake Dating entwickelt sich langsam etwas Echtes und gerade die kleinen Momente zwischen den beiden fand ich teilweise schöner als die großen romantischen Szenen. Dabei gibt es jede Menge Wortgefechte, skurrile Situationen und natürlich magisches Chaos. Die Nebenfiguren passen ebenfalls wunderbar in die etwas verrückte Welt von Glimmer Falls und machen neugierig auf weitere Geschichten aus diesem Universum.

Der Schreibstil ist locker und humorvoll und das magische Kleinstadtsetting hat für mich einen richtig schönen Cozy-Fantasy-Vibe. Gleichzeitig bleibt die Geschichte nicht ausschließlich leicht und niedlich. Themen wie Selbstwert, familiärer Druck und die Frage, ob man sein Leben nach den Erwartungen anderer ausrichten sollte, bekommen ebenfalls ihren Platz.

Ein kleiner Kritikpunkt war für mich, dass sich manche Abschnitte etwas gezogen haben und die Geschichte stellenweise stärker auf die körperliche Anziehung zwischen Mariel und Oz setzt, als ich persönlich gebraucht hätte. Dafür konnten mich die humorvollen Szenen, die Charakterentwicklung und besonders Oz immer wieder abholen.

Insgesamt ist „A Witch’s Guide to Fake Dating a Demon“ eine unterhaltsame Mischung aus Romance, Hexenmagie, Fake Dating und einer ordentlichen Portion Chaos. Wer humorvolle Romantasy mit schrulligen Figuren, einem gemütlich-magischen Setting und etwas Spice mag, dürfte sich in Glimmer Falls ziemlich wohlfühlen.