Ein Autor und sein Image-Wechsel
Salvatore Simonetti ist das Pseudonym von Simon Sahner. Dieser veröffentlichte bisher ein paar Sachbücher zum Thema Ökonomiekritik und probiert unter dem italienischen Namen Salvatore Simonetti einen Imagewechsel ins Feld der humorvollen Belletristik.
Ist es ihm mit seinem "Erstlingswerk" gelungen?
Durch den lockeren Schreibstil und die manchmal absurden Situationen kommt man schnell ins Buch rein und beginnt ohne Probleme, die Protagonistin Marcella zu mögen. Die rüstige Dame, die auch in der Kirche kein Blatt vor den Mund nimmt und, wenn sie nicht gerade das Mittagessen plant, sich lautstark wundert, wo denn der Sarg sei, lässt sich auch von toten Hühnern vor der Tür (da hat wohl jemand zu viel "Der Pate" geschaut) nicht abschrecken und beginnt mit ihrer etwas rumpeligen, aber doch sehr sympathischen Art, Ungereimtheiten nachzugehen. Gar nicht so sehr den mysteriösen Todesfällen, sondern erstmal der neuen Freundin seines Sohnes, die etwas zu perfekt, zu offenherzig gekleidet, zu wohlhabend für ihren einfachen Polizistensohn ist.
Auf die Dauer nervt etwas, dass in fast jedem Satz ein Halbsatz auf Italienisch steht (gleich danach das gleiche noch einmal übersetzt ins Deutsche). Und, wenn ein Engländer vorkommt, das gleiche auf Englisch - aber nicht übersetzt, denn "das versteht ja wohl jeder". Man könnte meinen, dass hier ein EMF-Lektor "beratend" tätig war. Ein bisschen weniger "Italien-Flair" wäre hier besser gewesen. Die italienische Stimmung wäre durch die ausführlichen, stimmungsvollen Beschreibungen der Szenerie auch so bestens rübergekommen.
Die Charaktere sind darauf angelegt, in weiteren Bänden ausgebaut zu werden. Dass Salvatore Simonetti die Absicht hat, dieses Buch den Start einer Cosy-Crime-Serie werden zu lassen, wird ja an mehreren Stellen sehr deutlich gesagt.
Da wäre zum Beispiel Harry, der Mieter / Mitbewohner von Marcella: Ex-Hippie und Künstler, der Drogen nur noch per Micro-Dosing konsumiert, weil das seine künstlerische Ader weckt. Vielleicht sollte er wieder zurück auf Härteres, denn seine Kunst stagniert etwas (seit Jahrzehnten). Eher zurückhaltend, im Laufe der Geschichte aber sehr heldenhaft. Heimlich verliebt in Marcella, vielleicht wird's ja in einem späteren Band was.
Dann Domenico, Marcellas Sohn und Dorfpolizist. Praktisch untauglich, Mamma muss den Fall lösen. Gutmütig genug, um der Running-Gag der Krimireihe zu bleiben.
Und, mysteriös und durchtrieben, die ältere Britin Joan, die erstaunlich gut mit Waffen umgehen kann und ein bisschen der Mentor in der Heldenreise ist.
Oder der Alt-Rocker Paolo, sehr friedlich, aber hoffentlich mit Kontakten zur Unterwelt. Harry fragt ihn gerne mal, wenn es um ganz böse Dinge geht.
Cosy-Crime definitiv, denn viel Spannendes geschieht hier nicht. Selbst der Showdown ist harmlos genug, um das Buch auch in einer dunklen Gasse in Neapel bei einem Nocino Spritz zu genießen.
Die Messlatte nicht ganz so streng angelegt, ist "Abfahrt ins Jenseits" ein amüsantes Buch für zwischendurch, von dem nicht viel mehr hängenbleibt als ein "cosy Gefühl". Simon Sahner würde man gönnen, als Salvatore Simonetti diese Reihe noch eine Weile fortzusetzen. Schon alleine, weil das Lesen einen sehr deutlich die ligurische Landschaft und die engen Gässchen der kleinen Dörfer vor Augen führt.
Lustig: Der EMF-Verlag, bekannt durch seine Bastel- und Kreativbücher, hat vorne im Impressum gleich den Hinweis gelassen, dass die Anleitung in diesem Buch keinen Erfolg verspricht. Da sind wir mal gespannt, ob wir mit Marcellas Art, Verbrechen aufzuklären, länger leben als ihre bedauernswerten Bekannten, deren Beerdigungen sie beiwohnt.
Ist es ihm mit seinem "Erstlingswerk" gelungen?
Durch den lockeren Schreibstil und die manchmal absurden Situationen kommt man schnell ins Buch rein und beginnt ohne Probleme, die Protagonistin Marcella zu mögen. Die rüstige Dame, die auch in der Kirche kein Blatt vor den Mund nimmt und, wenn sie nicht gerade das Mittagessen plant, sich lautstark wundert, wo denn der Sarg sei, lässt sich auch von toten Hühnern vor der Tür (da hat wohl jemand zu viel "Der Pate" geschaut) nicht abschrecken und beginnt mit ihrer etwas rumpeligen, aber doch sehr sympathischen Art, Ungereimtheiten nachzugehen. Gar nicht so sehr den mysteriösen Todesfällen, sondern erstmal der neuen Freundin seines Sohnes, die etwas zu perfekt, zu offenherzig gekleidet, zu wohlhabend für ihren einfachen Polizistensohn ist.
Auf die Dauer nervt etwas, dass in fast jedem Satz ein Halbsatz auf Italienisch steht (gleich danach das gleiche noch einmal übersetzt ins Deutsche). Und, wenn ein Engländer vorkommt, das gleiche auf Englisch - aber nicht übersetzt, denn "das versteht ja wohl jeder". Man könnte meinen, dass hier ein EMF-Lektor "beratend" tätig war. Ein bisschen weniger "Italien-Flair" wäre hier besser gewesen. Die italienische Stimmung wäre durch die ausführlichen, stimmungsvollen Beschreibungen der Szenerie auch so bestens rübergekommen.
Die Charaktere sind darauf angelegt, in weiteren Bänden ausgebaut zu werden. Dass Salvatore Simonetti die Absicht hat, dieses Buch den Start einer Cosy-Crime-Serie werden zu lassen, wird ja an mehreren Stellen sehr deutlich gesagt.
Da wäre zum Beispiel Harry, der Mieter / Mitbewohner von Marcella: Ex-Hippie und Künstler, der Drogen nur noch per Micro-Dosing konsumiert, weil das seine künstlerische Ader weckt. Vielleicht sollte er wieder zurück auf Härteres, denn seine Kunst stagniert etwas (seit Jahrzehnten). Eher zurückhaltend, im Laufe der Geschichte aber sehr heldenhaft. Heimlich verliebt in Marcella, vielleicht wird's ja in einem späteren Band was.
Dann Domenico, Marcellas Sohn und Dorfpolizist. Praktisch untauglich, Mamma muss den Fall lösen. Gutmütig genug, um der Running-Gag der Krimireihe zu bleiben.
Und, mysteriös und durchtrieben, die ältere Britin Joan, die erstaunlich gut mit Waffen umgehen kann und ein bisschen der Mentor in der Heldenreise ist.
Oder der Alt-Rocker Paolo, sehr friedlich, aber hoffentlich mit Kontakten zur Unterwelt. Harry fragt ihn gerne mal, wenn es um ganz böse Dinge geht.
Cosy-Crime definitiv, denn viel Spannendes geschieht hier nicht. Selbst der Showdown ist harmlos genug, um das Buch auch in einer dunklen Gasse in Neapel bei einem Nocino Spritz zu genießen.
Die Messlatte nicht ganz so streng angelegt, ist "Abfahrt ins Jenseits" ein amüsantes Buch für zwischendurch, von dem nicht viel mehr hängenbleibt als ein "cosy Gefühl". Simon Sahner würde man gönnen, als Salvatore Simonetti diese Reihe noch eine Weile fortzusetzen. Schon alleine, weil das Lesen einen sehr deutlich die ligurische Landschaft und die engen Gässchen der kleinen Dörfer vor Augen führt.
Lustig: Der EMF-Verlag, bekannt durch seine Bastel- und Kreativbücher, hat vorne im Impressum gleich den Hinweis gelassen, dass die Anleitung in diesem Buch keinen Erfolg verspricht. Da sind wir mal gespannt, ob wir mit Marcellas Art, Verbrechen aufzuklären, länger leben als ihre bedauernswerten Bekannten, deren Beerdigungen sie beiwohnt.