Ein Fantasy-Mix, der nicht zündet

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mariehal Avatar

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Die Grundidee dieses Buches klingt zunächst vielversprechend: eine magische Akademie, in der griechische Mythen lebendig werden. Leider konnte die Geschichte dieses Potenzial für mich nicht ausschöpfen.

Bereits der Einstieg fiel mir schwer. Fast die Hälfte des Buches widmet sich dem ersten Tag an der Akademie, wirkt dabei jedoch überraschend langatmig, ohne wirklich Orientierung zu geben. Statt die Welt verständlich aufzubauen, bleiben viele grundlegende Fragen offen: Warum sind die Kinder überhaupt an dieser Schule? Haben sie besondere Fähigkeiten? Welche Regeln gelten? Gerade hier hätte ich mir mehr Klarheit gewünscht, denn der Weltenbau bleibt insgesamt sehr unausgereift.

Nach diesem zähen Beginn kippt das Erzähltempo dann ins Gegenteil. Plötzlich reiht sich eine Herausforderung an die nächste, ohne dass diese wirklich ausgearbeitet oder reflektiert werden. Penelope stolpert von Situation zu Situation, doch echte Spannung kommt kaum auf, da viele Probleme zu einfach gelöst werden und kaum nachhaltige Entwicklung stattfindet.

Auch die Figuren konnten mich nur bedingt überzeugen. Penelope wird stark über ihren Wunsch definiert, unbedingt zu Athena zu gehören. Ihre Entwicklung ist zwar ein kleiner Lichtblick, da sie im Verlauf beginnt, ihren eigenen Weg zu akzeptieren, insgesamt bleibt sie aber recht eindimensional. Die Nebenfiguren sind größtenteils sympathisch, bleiben jedoch blass und wenig greifbar.

Insgesamt wirkt das Buch wie eine Mischung aus beliebten Konzepten – ein wenig Zauberschule, ein wenig griechische Mythologie – ohne daraus etwas Eigenständiges zu entwickeln. Die Ideen sind da, werden aber nicht konsequent ausgearbeitet.

Schade, denn das Konzept hätte viel Potenzial gehabt. So bleibt eine Geschichte, die weder im Aufbau noch in der Umsetzung wirklich überzeugen kann und hinter ihren Möglichkeiten zurückbleibt.