Ein magisches Abenteuer, das Laune macht

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leseekki Avatar

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AFTERMYTH war mein erster Roman von Tracy Wolff und nach der Lektüre ist mir absolut verständlich, warum sich all ihre Bücher zu Bestsellern gemausert haben, denn die Autorin versteht es einfach, wunderbar süffig und beschwingt zu schreiben. Die Seiten fliegen nur so dahin und man verfolgt gut gelaunt und gespannt Penelopes Abenteuer mit ihren Freunden und den mysteriösen Wendungen und Stolperfallen. Dabei muss sich Tracy Wolff allerdings die Bemerkung gefallen lassen, dass hier vieles nach PERCY JACKSON und HARRY POTTER schmeckt, wobei ihr andererseits zu Gute zu halten ist, dass sie ein paar der POTTER-Klischees ins Gegenteil verkehrt. Vielleicht könnte man sagen, dass sie mit AFTERMYTH ein Pendant zu diesen Reihen aus einer weiblichen Perspektive erzählt, aber damit will ich die Geschichte nicht schmälern, oder sie gar als Epigon bezeichnen, denn die Erzählung hat schon das Potential zu einem ganz eigenen Kosmos mit frischen Ideen und Sichtweisen.
In diesem ersten Band fehlt es aber zumindest noch etwas an Tiefe und ausgefeiltem, logischen Worldbuilding. Vieles ist einfach durch und durch surreal und phantastisch, die ersten 100 Seiten gar eine Art wirbelnder Ereignisstrudel ohne Hand und Fuß. Es bleibt abzuwarten, ob diese Phantasiegebilde mit den Folgebänden einen in sich logischen Unterbau und ein paar in sich stimmige Erklärungen erhalten, oder es einfach nur leichtfüßige Feel-Good-Romane werden sollen, die halt einfach Spaß beim Lesen machen.
Die Covergestaltung mit der unausgegorenen Typografie und der holprigen Setzung überzeugt mich dagegen nicht so wirklich und das Bild sieht mir viel zu sehr und viel zu glatt nach 3D-Animation aus. Da hätte ich es schöner gefunden, wenn auch das Titelbild in der Buntglasoptik des stimmungsvollen Farbschnitts umgesetzt worden und damit etwas wirklich Besonderes gewesen wäre.

Insgesamt ist AFTERMYTH ein vergnügliches Abenteuer und ein herrlicher Pageturner, den ich gerne weiter empfehle, aber man sollte nicht der inneren Konsistenz der Welt nachspüren, weil da, zumindest noch im Moment, wenig vorhanden ist ... Viereinhalb Sterne.