Anspruchsvolles Kinder-/Jugendbuch zur Demokratieerziehung
Ferdinand von Schirach siedelt das Thema „Demokratie“ bzw. „Gerechte Gesetzgebung“ dort an, wo es in Europa seinen Ursprung genommen hat: Zwar ist es offenbar geographisch nicht genau zu verorten, doch spielt die Geschichte eindeutig im antiken griechischen Milieu, wobei auch immer wieder Kulturwissen aus Mythologie und Philosophie eingebracht wird.
Ein grundloser Krieg, der zahlreiche Opfer gefordert hat, weil zwei Könige miteinander gestritten haben, veranlasst die Bewohner der Stadt Kaliste nach der Vertreibung des Tyrannen darüber nachzudenken, wie grundsätzlich eine Tyrannei und ein Krieg zu verhindern seien. Die Antwort: gerechte Gesetze. Hier setzt das Buch an.
Der Titelheld, Alexander, ein Junge unbestimmten Alters und im Übrigen der einzige Charakter im Buch, der einen Namen und keine typisierte (Berufs-)Bezeichnung hat, wird auf den Weg geschickt, um herauszufinden, welche Gesetze gerecht sind. Schrittweise, teils in sokratisch anmutenden Gesprächen, findet er auf seiner Reise im Dialog mit verschiedenen Personen Antworten auf die Fragen, was die wichtigsten Gesetze sein.
Ferdinand von Schirach bebildert die Geschichte zwar sporadisch, aber immer wieder mit schönen Kalligraphiezeichnungen, die zwar bunt, aber nur in vier oder fünf Farben gehalten sind. Mir gefällt dieser Stil extrem gut, das ist aber vermutlich Ansichtssache. Sowohl die Bilder als auch der Ton der Geschichte erinnerten mich manchmal an die deutsche Übersetzung von „Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupéry.
Zwar ist die Sprache einfach, die Sätze kurz und verständlich, aber überhaupt nicht langweilig. Der Stil erinnert an den Ton einer Fabel, die im menschlichen Bereich spielt. Aber auch feine Ironie und Humor (z.B. die Stelle mit dem Philosoph in der Tonne) finden ihren Platz und machen das Buch kurzweilig.
Zur Figurengestaltung lässt sich nur eines sagen: Sie sind Stereotype, was nicht schlimm ist, sondern die Allgemeingültigkeit perfekt unterstreicht. Das passt wunderbar zur Erzählung und zum Thema. Nur Alexander entwickelt sich etwas, wobei immer wieder deutlich wird, dass er das, was er sucht, schon immer in sich trug.
Beim Lesen habe ich mich gefragt, für welches Alter ich dieses Buch empfehlen würde. Ich denke, dass interessierte Zwölfjährige es durchaus lesen, verstehen und die Geschichte schätzen können. Laut Verlag ist es ab 10 Jahren geeignet. Und ja, es gibt mit Sicherheit Kinder, für die dieses Buch schon da geeignet ist. Man sollte aber Interesse am Thema „Demokratie“, „Gerechtigkeit“ und „Werte“ mitbringen und dafür auch eine gewisse Reife besitzen. Meiner Meinung nach kann man mit Demokratie- und Werteerziehung nicht früh genug beginnen, es ist allerdings nicht für Kinder geeignet, die auf Action und Spannung aus sind. Es ist ein Lehrstück.
Im Übrigen auch für Erwachsene: Auch aus dieser Perspektive hat es mir sehr gut gefallen. Man erkennt vieles wieder, wenn man sich mit antiken Erzählungen etwas auskennt. Und sich das Grundgesetz zu verinnerlichen, schadet nie. Zudem erkennt man durchaus Themen und Motive von Ferdinand von Schirachs anderem Werken wieder.
Ein tolles Buch - lesenswert für Jung und Alt!
Ein grundloser Krieg, der zahlreiche Opfer gefordert hat, weil zwei Könige miteinander gestritten haben, veranlasst die Bewohner der Stadt Kaliste nach der Vertreibung des Tyrannen darüber nachzudenken, wie grundsätzlich eine Tyrannei und ein Krieg zu verhindern seien. Die Antwort: gerechte Gesetze. Hier setzt das Buch an.
Der Titelheld, Alexander, ein Junge unbestimmten Alters und im Übrigen der einzige Charakter im Buch, der einen Namen und keine typisierte (Berufs-)Bezeichnung hat, wird auf den Weg geschickt, um herauszufinden, welche Gesetze gerecht sind. Schrittweise, teils in sokratisch anmutenden Gesprächen, findet er auf seiner Reise im Dialog mit verschiedenen Personen Antworten auf die Fragen, was die wichtigsten Gesetze sein.
Ferdinand von Schirach bebildert die Geschichte zwar sporadisch, aber immer wieder mit schönen Kalligraphiezeichnungen, die zwar bunt, aber nur in vier oder fünf Farben gehalten sind. Mir gefällt dieser Stil extrem gut, das ist aber vermutlich Ansichtssache. Sowohl die Bilder als auch der Ton der Geschichte erinnerten mich manchmal an die deutsche Übersetzung von „Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupéry.
Zwar ist die Sprache einfach, die Sätze kurz und verständlich, aber überhaupt nicht langweilig. Der Stil erinnert an den Ton einer Fabel, die im menschlichen Bereich spielt. Aber auch feine Ironie und Humor (z.B. die Stelle mit dem Philosoph in der Tonne) finden ihren Platz und machen das Buch kurzweilig.
Zur Figurengestaltung lässt sich nur eines sagen: Sie sind Stereotype, was nicht schlimm ist, sondern die Allgemeingültigkeit perfekt unterstreicht. Das passt wunderbar zur Erzählung und zum Thema. Nur Alexander entwickelt sich etwas, wobei immer wieder deutlich wird, dass er das, was er sucht, schon immer in sich trug.
Beim Lesen habe ich mich gefragt, für welches Alter ich dieses Buch empfehlen würde. Ich denke, dass interessierte Zwölfjährige es durchaus lesen, verstehen und die Geschichte schätzen können. Laut Verlag ist es ab 10 Jahren geeignet. Und ja, es gibt mit Sicherheit Kinder, für die dieses Buch schon da geeignet ist. Man sollte aber Interesse am Thema „Demokratie“, „Gerechtigkeit“ und „Werte“ mitbringen und dafür auch eine gewisse Reife besitzen. Meiner Meinung nach kann man mit Demokratie- und Werteerziehung nicht früh genug beginnen, es ist allerdings nicht für Kinder geeignet, die auf Action und Spannung aus sind. Es ist ein Lehrstück.
Im Übrigen auch für Erwachsene: Auch aus dieser Perspektive hat es mir sehr gut gefallen. Man erkennt vieles wieder, wenn man sich mit antiken Erzählungen etwas auskennt. Und sich das Grundgesetz zu verinnerlichen, schadet nie. Zudem erkennt man durchaus Themen und Motive von Ferdinand von Schirachs anderem Werken wieder.
Ein tolles Buch - lesenswert für Jung und Alt!