Der kleine Junge mit dem großen Namen
„Die Erde fällt nicht vom Himmel, weil sie auf dem Rücken eines Dackels ruht.“ (S. 105)
Worum geht’s?
Der König des Nachbarorts von Kaliste droht den Einwohnern, ihre Stadt dem Erdboden gleichzumachen, wenn sie ihm keine Antwort auf eine entscheidende Frage liefern: Wie kann verhindert werden, dass dort jemals wieder ein Tyrann an die Macht kommt? In ihrer Not schicken die Kalister den jungen Alexander los. Er soll ein gerechtes Gesetz finden. Eines, das für alle gilt.
Meine Meinung:
Ferdinand von Schirach ist für mich ein verlässlicher Garant für Bücher, die sich leicht lesen lassen und dennoch lange nachwirken. Mit „Alexander“ legt er sein erstes Kinder- und Jugendbuch vor – und es steht seinen bisherigen Werken in nichts nach.
Das Buch richtet sich an Kinder ab etwa zehn Jahren. Genau so ist es auch geschrieben: klar, reduziert, verständlich – und trotzdem intensiv. Ein vermeintlich trockenes Thema wird durch kleine Anekdoten und bildstarke Szenen aufgelockert und beinahe spielerisch vermittelt. Die Zeichnungen des Autors, die immer wieder eingestreut sind, haben mir besonders gefallen. Sie passen zum Ton des Textes, spiegeln Schirachs Haltung wider und verleihen dem Buch eine sehr persönliche Note.
Wir begleiten Alexander. Einen kleinen Jungen mit einem großen Namen – und mit einer Aufgabe, deren Tragweite ihm durchaus bewusst ist. Faszinierend ist, wie geduldig, reflektiert und zugleich mit leisem Augenzwinkern Schirach diese Figur zeichnet. Alexander wirkt klug, ohne klug daherzukommen. Ernst, ohne schwer zu sein.
Und das Buch selbst ist – ja – schlicht genial. Auf eine zugängliche, kluge Weise wird jungen Leserinnen und Lesern vermittelt, wie Demokratie und Grundgesetz entstanden sind und welchen Sinn sie haben. Die Figuren, denen Alexander auf seiner Reise begegnet, sind einprägsam und liebevoll gezeichnet: humorvolle Momente wie der Schaumschläger oder der Philosoph stehen neben stillen, bewegenden Szenen – etwa dem kurzen Gespräch mit dem König vor den Toren Kalistes. Gemeinsam mit Alexander denkt man über Meinungsfreiheit, Menschenwürde und Verantwortung nach. Ohne erhobenen Zeigefinger. Dieses Buch zeigt, dass Politik, Demokratie und Gesetze nicht trocken sein müssen, sondern Bedeutung haben – und sogar Freude machen können. Es lädt zum Mitdenken ein, zum Innehalten, zum Fragenstellen.
Besonders berührend ist die persönliche Note am Ende: die kurze Vorstellung des Autors selbst als Kind, vor der Wand seines Zimmers, mit dem Elefanten mit den seltsamen Augenbrauen. Eine leise Erinnerung daran, dass auch große Denker einmal Kinder waren.
Fazit:
„Alexander“ von Ferdinand von Schirach ist ein außergewöhnlich kluges und zugleich warmherziges Kinder- und Jugendbuch. Es erklärt große, abstrakte Themen wie Demokratie, Recht und Verantwortung in einer Sprache, die ernst nimmt, ohne zu überfordern. Schirach traut jungen Leserinnen und Lesern zu, mitzudenken – genau darin liegt die Stärke dieses Buches. Durch die ruhige Erzählweise, die eindrücklichen Begegnungen und die persönlichen Zeichnungen entsteht eine Geschichte, die nicht belehrt, sondern begleitet. Ein Buch, das Fragen stellt, statt Antworten aufzuzwingen, und das lange im Kopf bleibt.
5 Sterne von mir!
Worum geht’s?
Der König des Nachbarorts von Kaliste droht den Einwohnern, ihre Stadt dem Erdboden gleichzumachen, wenn sie ihm keine Antwort auf eine entscheidende Frage liefern: Wie kann verhindert werden, dass dort jemals wieder ein Tyrann an die Macht kommt? In ihrer Not schicken die Kalister den jungen Alexander los. Er soll ein gerechtes Gesetz finden. Eines, das für alle gilt.
Meine Meinung:
Ferdinand von Schirach ist für mich ein verlässlicher Garant für Bücher, die sich leicht lesen lassen und dennoch lange nachwirken. Mit „Alexander“ legt er sein erstes Kinder- und Jugendbuch vor – und es steht seinen bisherigen Werken in nichts nach.
Das Buch richtet sich an Kinder ab etwa zehn Jahren. Genau so ist es auch geschrieben: klar, reduziert, verständlich – und trotzdem intensiv. Ein vermeintlich trockenes Thema wird durch kleine Anekdoten und bildstarke Szenen aufgelockert und beinahe spielerisch vermittelt. Die Zeichnungen des Autors, die immer wieder eingestreut sind, haben mir besonders gefallen. Sie passen zum Ton des Textes, spiegeln Schirachs Haltung wider und verleihen dem Buch eine sehr persönliche Note.
Wir begleiten Alexander. Einen kleinen Jungen mit einem großen Namen – und mit einer Aufgabe, deren Tragweite ihm durchaus bewusst ist. Faszinierend ist, wie geduldig, reflektiert und zugleich mit leisem Augenzwinkern Schirach diese Figur zeichnet. Alexander wirkt klug, ohne klug daherzukommen. Ernst, ohne schwer zu sein.
Und das Buch selbst ist – ja – schlicht genial. Auf eine zugängliche, kluge Weise wird jungen Leserinnen und Lesern vermittelt, wie Demokratie und Grundgesetz entstanden sind und welchen Sinn sie haben. Die Figuren, denen Alexander auf seiner Reise begegnet, sind einprägsam und liebevoll gezeichnet: humorvolle Momente wie der Schaumschläger oder der Philosoph stehen neben stillen, bewegenden Szenen – etwa dem kurzen Gespräch mit dem König vor den Toren Kalistes. Gemeinsam mit Alexander denkt man über Meinungsfreiheit, Menschenwürde und Verantwortung nach. Ohne erhobenen Zeigefinger. Dieses Buch zeigt, dass Politik, Demokratie und Gesetze nicht trocken sein müssen, sondern Bedeutung haben – und sogar Freude machen können. Es lädt zum Mitdenken ein, zum Innehalten, zum Fragenstellen.
Besonders berührend ist die persönliche Note am Ende: die kurze Vorstellung des Autors selbst als Kind, vor der Wand seines Zimmers, mit dem Elefanten mit den seltsamen Augenbrauen. Eine leise Erinnerung daran, dass auch große Denker einmal Kinder waren.
Fazit:
„Alexander“ von Ferdinand von Schirach ist ein außergewöhnlich kluges und zugleich warmherziges Kinder- und Jugendbuch. Es erklärt große, abstrakte Themen wie Demokratie, Recht und Verantwortung in einer Sprache, die ernst nimmt, ohne zu überfordern. Schirach traut jungen Leserinnen und Lesern zu, mitzudenken – genau darin liegt die Stärke dieses Buches. Durch die ruhige Erzählweise, die eindrücklichen Begegnungen und die persönlichen Zeichnungen entsteht eine Geschichte, die nicht belehrt, sondern begleitet. Ein Buch, das Fragen stellt, statt Antworten aufzuzwingen, und das lange im Kopf bleibt.
5 Sterne von mir!