philosophische und nüchterne Erzählung für Kinder ab 10 Jahren?

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maulwurf123 Avatar

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Hinter dem Titel "Alexander" verbirgt das erste Kinderbuch des berühmten Autors Ferdinand von Schirach. Zielgruppe der insgesamt 150 Seiten umfassenden Geschichte sind Kinder im Alter ab 10 Jahren.
Das Cover zeigt einen Jungen angelnd auf einer Mauer sitzend. Die Zeichnung stammt vom Autor selbst, welcher auch für all die kleineren skizzenartigen Illustrationen im Innenteil verantwortlich ist.

Inhaltlich befasst sich die Geschichte mit der Frage, wie wir in einer Gesellschaft friedlich leben können.
Alexander wird von den Einwohnern seiner Heimatstadt Kaliste der Auftrag erteilt, „gute Gesetze“ zu finden. Nie wieder soll eine Tyrannei möglich sein, und nur einem Kind traut man zu, frei von Vorurteilen gerechte Regeln für das Zusammenleben zu finden. Alexander macht sich also auf den Weg und spricht mit ganz unterschiedlichen Menschen: einem Orakel, einem Modeschöpfer, einem Soldaten und einem echten Philosophen. Nach und nach kommt er so den Prinzipien der Demokratie auf den Grund. Doch die Zeit drängt, denn der König des Nachbarreiches droht, die Stadt zu überfallen – und nur Alexander kann das verhindern, wenn er rechtzeitig gute Gesetze nach Hause bringt.
(Klappentext)

Die Erzählweise des Autors ist sehr nüchtern und philosophisch. In der Geschichte kommt der junge Protagonist nach und nach den Prinzipien der Demokratie auf den Grund. Inhaltlich ist das Buch durchaus richtig und mit seiner Moral unanfechtbar. Jedoch habe ich als 29-jährige Erwachsene Leserin eindeutig mit dem Erzählstil zu hadern gehabt. Die Schreibweise ist so nüchtern, dass sich die Seiten (lediglich 150 an der Zahl) als eine zähe Lektüre gestalteten. Zusätzlich bietet die Geschichte nicht viel Spannung und so zog sich Kapitel für Kapitel. Daher frage ich mich, wie sich die junge Zielgruppe der 10-Jährigen mit diesem durchaus auch inhaltlich nicht leichten Text auseinandersetzen soll. Eventuell könnte sich das Buch als durch einen Lehrer begleitende Schullektüre auf sinnvolle Art genutzt werden.

Mich persönlich hat das erste Kinderbuch des Autors wenig überzeugt. Vielmehr sollte es als philosophisch, ethische Erzählung für Erwachsene beworben werden. Zwei Sterne.