Das philosophische Wunderland
Der Titel erinnert – vermutlich absichtlich – an das bekannte Buch Alice im Wunderland. Wie ihre Namensgeberin fällt Alice in ein Loch, allerdings nicht in das Wunderland, sondern in das Land der Ideen, an den Ort, wo alle Philosophen jeder Zeit leben. Ihr Wunsch ist es, einen Weg zu finden, wie die heutigen Probleme – künstliche Intelligenz, Klimakrise, Gewalt… - zu lösen sind und wie man sich dementsprechend verhalten und leben soll. Auf dem Weg zu dieser Antwort begleiten sie die Fee des Widerspruchs, ein Känguru mit dem historischen und politischen Hintergrundwissen sowie zwei Mäuse. Ich habe mich sehr an Sofies Welt erinnert gefühlt, allerdings in einer leichter verständlicheren und deutlich kurzweiligeren Form. Im Vergleich dazu werden auch weniger Philosophen und Ideen vorgestellt, allerdings war meiner Meinung nach alle relevanten Ideen der Epochen abgedeckt und es gab genug, um darüber zu reflektieren. Gerade das Ende mit den „Lebensregeln“ hat mir gut gefallen als Abschluss dieser Reise. Davor hatte ich oft das Gefühl, dass das Ursprungsziel aus den Augen verloren wurde. Mir war ein wenig unklar, für welche Zielgruppe das Buch geschrieben ist – sprachlich habe ich oft das Gefühl gehabt, es widmet sich an jüngere Leser, gleichzeitig sind einige Punkte schwer zugänglich formuliert. Insgesamt ein spannender Überblick über verschiedene Epochen der Philosophiegeschichte, im Bereich der Geschichte fehlte mir teilweise der rote Faden. Von meiner Seite gibt es 3,5 Sterne.