Wenn das Licht schwindet und die Farben lauter werden
Cover & Gestaltung
Das Cover hat mich sofort in seinen Bann gezogen, weil es so herrlich unperfekt und künstlerisch wirkt. Dieses gemalte Porträt der jungen Frau mit den dunklen Haaren strahlt eine unheimliche Intensität aus, besonders durch diesen intensiven, hellen Blick, der einen direkt anspringt. Nachdem ich die Leseprobe gelesen habe, macht die Gestaltung sogar noch so viel mehr Sinn, da Juna selbst leidenschaftlich malt und sich so intensiv mit Kunst auseinandersetzt. Der Titel "All die Farben, all das Licht" in diesem leuchtenden Türkis bricht wunderschön mit den eher gedeckten Tönen des Gemäldes und deutet für mich schon diese immense Tragik an, dass Juna eben dieses Licht und diese Farben durch das Usher-Syndrom bald verlieren wird.
Schreibstil & Atmosphäre
Cora Wucherer schreibt unglaublich packend, emotional und direkt, man ist ab der ersten Sekunde mitten im Geschehen. Die Atmosphäre in dieser engen Wohnung in Untergiesing ist fast schon greifbar, diese drückende Stille zwischen den Schwestern, die von jetzt auf gleich in Aggression umschlagen kann. Besonders fasziniert hat mich, wie greifbar die Autorin die unterschiedlichen Wahrnehmungen gestaltet. Auf der einen Seite Martha, die heimlich den Ausweis klaut und sich im Kino als ältere Schwester ausgibt, auf der anderen Seite Juna, die beim Aktzeichnen die feinen Falten eines Modells studiert, während sie im echten Leben die Sterne nicht mehr sehen kann und panisch gegen Türrahmen läuft. Die Sprache kommt ganz ohne Schnörkel aus und trifft einen gerade deshalb mitten ins Herz, vor allem bei dieser heftigen Diagnose am Ende.
Charaktere & Erwartungen
Die Dynamik zwischen den beiden Schwestern hat mich völlig umgehauen, weil sie so herrlich komplex und eben nicht nur harmonisch ist. Martha ist mit ihren 14 Jahren in einer totalen Rebellion, klaut Junas Identität für einen Job bei Sam und denkt im ersten Moment sogar, Juna habe ihre Krankheit verdient, weil sie ihr als Kind die Haare ausgerissen hat. Juna dagegen ist extrem stolz, eine absolute Perfektionistin, die ihre Hörgeräte unter den Locken versteckt und sich weigert, Schwäche zu zeigen, obwohl sie die Nachricht verkraften muss, in einem halben Jahr vielleicht nur noch 10 Prozent Sehvermögen zu haben. Ich erwarte von dem Roman eine tiefgründige, ungeschönte Familiengeschichte, die zeigt, wie diese extreme Diagnose das ohnehin schon wackelige Gefüge zwischen den Schwestern und ihrem überarbeiteten Vater komplett durcheinanderwirbelt.
Warum ich weiterlesen möchte
Ich muss einfach wissen, wie es weitergeht, weil mich dieses Ende emotional richtig durchgeschüttelt hat. Junas unbändiger Wille, jetzt noch schneller und besser zu malen, weil ihr die Zeit davonläuft, hat mich tief bewegt. Gleichzeitig möchte ich erfahren, wann Marthas Schwindel im Kino auffliegt und wie Juna reagiert, wenn sie merkt, dass ihre kleine Schwester unter ihrem Namen arbeitet. Diese Mischung aus jugendlichem Leichtsinn und existenzieller Tragik verspricht ein absolutes Jahreshighlight zu werden.
Das Cover hat mich sofort in seinen Bann gezogen, weil es so herrlich unperfekt und künstlerisch wirkt. Dieses gemalte Porträt der jungen Frau mit den dunklen Haaren strahlt eine unheimliche Intensität aus, besonders durch diesen intensiven, hellen Blick, der einen direkt anspringt. Nachdem ich die Leseprobe gelesen habe, macht die Gestaltung sogar noch so viel mehr Sinn, da Juna selbst leidenschaftlich malt und sich so intensiv mit Kunst auseinandersetzt. Der Titel "All die Farben, all das Licht" in diesem leuchtenden Türkis bricht wunderschön mit den eher gedeckten Tönen des Gemäldes und deutet für mich schon diese immense Tragik an, dass Juna eben dieses Licht und diese Farben durch das Usher-Syndrom bald verlieren wird.
Schreibstil & Atmosphäre
Cora Wucherer schreibt unglaublich packend, emotional und direkt, man ist ab der ersten Sekunde mitten im Geschehen. Die Atmosphäre in dieser engen Wohnung in Untergiesing ist fast schon greifbar, diese drückende Stille zwischen den Schwestern, die von jetzt auf gleich in Aggression umschlagen kann. Besonders fasziniert hat mich, wie greifbar die Autorin die unterschiedlichen Wahrnehmungen gestaltet. Auf der einen Seite Martha, die heimlich den Ausweis klaut und sich im Kino als ältere Schwester ausgibt, auf der anderen Seite Juna, die beim Aktzeichnen die feinen Falten eines Modells studiert, während sie im echten Leben die Sterne nicht mehr sehen kann und panisch gegen Türrahmen läuft. Die Sprache kommt ganz ohne Schnörkel aus und trifft einen gerade deshalb mitten ins Herz, vor allem bei dieser heftigen Diagnose am Ende.
Charaktere & Erwartungen
Die Dynamik zwischen den beiden Schwestern hat mich völlig umgehauen, weil sie so herrlich komplex und eben nicht nur harmonisch ist. Martha ist mit ihren 14 Jahren in einer totalen Rebellion, klaut Junas Identität für einen Job bei Sam und denkt im ersten Moment sogar, Juna habe ihre Krankheit verdient, weil sie ihr als Kind die Haare ausgerissen hat. Juna dagegen ist extrem stolz, eine absolute Perfektionistin, die ihre Hörgeräte unter den Locken versteckt und sich weigert, Schwäche zu zeigen, obwohl sie die Nachricht verkraften muss, in einem halben Jahr vielleicht nur noch 10 Prozent Sehvermögen zu haben. Ich erwarte von dem Roman eine tiefgründige, ungeschönte Familiengeschichte, die zeigt, wie diese extreme Diagnose das ohnehin schon wackelige Gefüge zwischen den Schwestern und ihrem überarbeiteten Vater komplett durcheinanderwirbelt.
Warum ich weiterlesen möchte
Ich muss einfach wissen, wie es weitergeht, weil mich dieses Ende emotional richtig durchgeschüttelt hat. Junas unbändiger Wille, jetzt noch schneller und besser zu malen, weil ihr die Zeit davonläuft, hat mich tief bewegt. Gleichzeitig möchte ich erfahren, wann Marthas Schwindel im Kino auffliegt und wie Juna reagiert, wenn sie merkt, dass ihre kleine Schwester unter ihrem Namen arbeitet. Diese Mischung aus jugendlichem Leichtsinn und existenzieller Tragik verspricht ein absolutes Jahreshighlight zu werden.