Zwei Schwestern auf emotionaler Reise.

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern
fönbo Avatar

Von

Dieses Romandebüt über die siebzehnjährige Juna und ihre jüngere Schwester Martha besitzt eine unglaubliche emotionale Wucht.

Junas Schicksal, trotz schwindenden Augenlichts Malerin werden zu wollen, ist schmerzhaft und faszinierend zugleich. Cora Wucherer fängt in "All die Farben, all das Licht" die existenzielle Angst vor dem drohenden Verlust der Sehkraft sehr feinfühlig ein. Auch die Perspektive der dreizehnjährigen Martha, die verzweifelt um ihre Wahrnehmung in der Familie kämpft, wird greifbar transportiert.

Der Kontrast zwischen den beiden Charakteren sorgt von Beginn an für eine spürbare, authentische Dynamik. Als Leser / (Leserin) spürt man den unstillbaren Hunger nach Leben.

Der Schreibstil ist bemerkenswert bildhaft, fast so, als würde die Autorin die Szenen selbst malen. Die Kulisse von München-Giesing verleiht dem Geschehen eine bodenständige Atmosphäre. Nach wenigen Seiten entwickelt sich ein starker Sog.

Der geplante, heimliche Roadtrip nach Schweden deutet sich als intensiver Wendepunkt an.

Ich bin gespannt auf die weitere Entwicklung der Schwesternbeziehung.

Dieses Buch verspricht eine bittersüße, kraftvolle Erzählung über das Erwachsenwerden unter extrem schweren Bedingungen.

Nach diesem Einblick steht fest, dass ich die Geschichte lesen muss. Der erste Eindruck ist absolut überzeugend und mitreißend. Diese Geschichte bleibt garantiert noch lange im Gedächtnis.