Berührendes Debüt

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fredhel Avatar

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Die Geschichte handelt von zwei ungleichen Schwester und geht von Anfang an unter die Haut.
Im Mittelpunkt stehen die 17-jährige Juna, die künstlerisch hochbegabt, sehr dominant und reichlich von sich eingenommen ist, sowie ihre vier Jahre jüngere Schwester Martha, die freundlich, leicht chaotisch und deutlich zurückhaltender auftritt. Obwohl das Haushaltsbudget knapp ist, wird Juna von klein auf mit teuren Malutensilien und Kursen gefördert, während Martha stets zurückstecken und die Launen ihrer älteren Schwester ertragen muss. Die gemeinsame Mutter starb bei Marthas Geburt. Martha ist der verstorbenen Mutter nicht nur äußerlich extrem ähnlich, was die Situation im Alltag oft nicht einfacher macht. Das Cover zeigt ein Porträt, das Juna von ihrer Schwester Martha gemalt hat, womit ein hervorragender Bezug zum Inhalt geschaffen wird. Die Dynamik zwischen den beiden verändert sich spürbar, als Martha in die Pubertät kommt und selbstbewusster wird, während Juna die grausame Diagnose erhält, innerhalb eines Jahres vollständig zu erblinden. Juna wird mit diesem Schicksalsschlag nicht fertig und lässt ihre ganze Wut vor allem an Martha aus. Die Erzählung zeigt eine wunderschöne Entwicklung, wie beide Mädchen persönlich reifen und schließlich aufeinander zugehen. Zudem wird eindrucksvoll dargestellt, wie unterschiedlich Trauer verarbeitet werden kann – auch die Trauer um einen Menschen, den man nie selbst kennenlernen durfte. Der Inhalt wird so lebendig erzählt, dass man beim Lesen einfach keine Pause einlegen möchte. Ein ganz beachtliches Debüt, und ich bin wirklich froh, dass ich den Buchtipp auf WDR 2 von Christine Westermann gehört habe und so auf diese tolle Geschichte aufmerksam geworden bin.