Coming of Age mit zwei Schwestern
Das Genre Coming of Age ist immer wieder schön und dieses Mal lesen wir hier die Entwicklung zweier Schwestern, die es nicht leicht haben miteinander. Juna, 17, verliert langsam ihr Augenlicht und hat dennoch den Traum, auf die Kunstakademie zu gehen. Martha, 13, hat das Gefühl, immer zu kurz zu kommen und im Schatten ihrer schönen und künstlerisch begabten Schwester zu stehen. Die Mutter ist bei der Geburt der jüngsten Tochter gestorben, der Vater arbeitet viel und ist mit der Erziehung der Mädchen überfordert. Abwechselnd sind die Kapitel aus der Sicht der einen und der anderen Schwester geschrieben. Natürlich kommt es etwa in der Mitte des Romans zum obligatorischen Road-Trip, doch die Befreiung bzw. den guten Weg und die Versöhnung finden die beiden Mädchen erst am Ende.
Die Figuren und Dialoge sind authentisch, die Geschichte wird nie langweilig. Was mich nur langsam echt stört, ist die Modeerscheinung, irgendwo immer ein queeres Thema einzubauen. Das ist für mich eine Anbiederung an den Zeitgeist! Nicht dass queere Themen nicht richtig und wichtig wären, aber dass jede*r 3. Protagonist*in eines modernen Romans erst einmal seine sexuelle Identität finden muss, spiegelt doch nicht die Realität wider. Das wirkt für mich zu gewollt und ist manchmal für die Dramaturgie der Geschichte einfach überflüssig. Nichtsdestotrotz ein nettes Buch, das man gut lesen kann.
Die Figuren und Dialoge sind authentisch, die Geschichte wird nie langweilig. Was mich nur langsam echt stört, ist die Modeerscheinung, irgendwo immer ein queeres Thema einzubauen. Das ist für mich eine Anbiederung an den Zeitgeist! Nicht dass queere Themen nicht richtig und wichtig wären, aber dass jede*r 3. Protagonist*in eines modernen Romans erst einmal seine sexuelle Identität finden muss, spiegelt doch nicht die Realität wider. Das wirkt für mich zu gewollt und ist manchmal für die Dramaturgie der Geschichte einfach überflüssig. Nichtsdestotrotz ein nettes Buch, das man gut lesen kann.