Ein Hörbuch, das unter die Haut geht

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„All die Farben, all das Licht“ ist das bewegende Romandebüt von Cora Wucherer und wurde als Hörbuch von Lena Tiemann, Martha Kindermann und Johannes Steck eingesprochen. Der Roman verbindet Familiengeschichte, Coming of Age und Roadtrip mit Themen wie Kunst, Verlust, Hoffnung und Geschwisterliebe. Schon nach wenigen Minuten war ich mitten in der Geschichte und konnte das Hörbuch kaum noch pausieren.
Die Sprecherinnen und der Sprecher haben mir unglaublich gut gefallen. Lena Tiemann und Martha Kindermann verleihen den beiden Schwestern Juna und Martha eine ganz eigene Stimme und transportieren ihre Gefühle sehr authentisch. Man spürt Junas Verzweiflung, ihre Wut und gleichzeitig ihre große Liebe zur Kunst. Ebenso wird Marthas Sehnsucht, endlich gesehen zu werden und aus dem Schatten ihrer Schwester herauszutreten, sehr glaubwürdig dargestellt. Johannes Steck ergänzt das Ensemble wunderbar und sorgt dafür, dass die Geschichte noch lebendiger wirkt. Für mich war die Vertonung perfekt und hat die Emotionen des Romans eindrucksvoll eingefangen.
Im Mittelpunkt stehen die Schwestern Juna und Martha, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Juna ist siebzehn Jahre alt, talentierte Malerin und muss damit umgehen, dass sie durch das Usher-Syndrom nach und nach ihr Augenlicht verliert. Martha ist dreizehn und fühlt sich oft unsichtbar, weil sich in der Familie vieles um ihre Schwester dreht. Als Juna unbedingt ein Gemälde ihrer Lieblingskünstlerin Lotte Laserstein in Malmö sehen möchte, machen sich die beiden heimlich auf den Weg. Dieser Roadtrip wird zu einer Reise voller Herausforderungen, neuer Begegnungen und wichtiger Erkenntnisse. ...
Cora Wucherer schreibt mit einer wunderschönen, feinfühligen und modernen Sprache. Sie erzählt von schweren Themen wie Krankheit, Verlust und Angst, ohne jemals kitschig oder übertrieben zu wirken. Besonders beeindruckt hat mich, wie echt und nah sich die Figuren anfühlen. Die wechselnden Perspektiven von Juna und Martha machen ihre Gedanken und Gefühle nachvollziehbar und sorgen dafür, dass man beide Schwestern ins Herz schließt. Auch die vielen Bezüge zur Kunst und zu Lotte Laserstein verleihen der Geschichte eine besondere Atmosphäre.
Juna und Martha sind zwei Figuren, die mir noch lange im Gedächtnis bleiben werden. Ihre Beziehung ist nicht immer einfach, sondern geprägt von Liebe, Eifersucht, Wut und Zusammenhalt. Genau diese Mischung macht die beiden so authentisch. Auch die Nebenfiguren sind liebevoll gezeichnet und fügen sich wunderbar in die Geschichte ein.
Für mich war „All die Farben, all das Licht“ ein absolutes Highlight und eines der schönsten Hörbücher, die ich in letzter Zeit gehört habe. Die Geschichte hat mich berührt, zum Nachdenken gebracht und gleichzeitig Hoffnung geschenkt. Ich vergebe dafür gerne 5 von 5 Sternen und würde mich sehr freuen, noch viele weitere Bücher von Cora Wucherer zu lesen. Dieses Hörbuch kann ich allen empfehlen, die bewegende Familiengeschichten, starke Figuren und einfühlsam erzählte Geschichten lieben. Wer Romane über Geschwister, Kunst, das Erwachsenwerden und die Kraft der Hoffnung mag, sollte dieses Hörbuch unbedingt hören.