Ein wunderbarer, bewegender Roman über Geschwister, Kunst und den Sommer der Jugend.
"Aber für mich schließt sich eine Tür nach er anderen. Vielleicht hatte ich meine große Freiheit schon, und ich habe sie weder erkannt noch genutzt. Und jetzt ist es zu spät."
Kapitel 8
Juna ist 17, eigentlich sollte sie das Leben genießen, auf Partys gehen, ... Doch sie hat eine seltene Krankheit, die erst ihr Gehör beeinflusste, und jetzt ihr Sehvermögen. Bald wird sie blind sein. Ausgerechnet Juna, die schon als kleines Mädchen gewusst hat, dass sie nur eines werden will: Künstlerin! Sie malt in jeder freien Minute, und schon in ein paar Monaten wird ihr das nicht mehr möglich sein.
Neben ihr ihre Schwester Martha, 13, ruhig, gesund, kaum zu sehen. Sie scheint neben ihrer Schwester und deren Problemen ein Stück weit zu verschwinden. Die Mutter der Mädchen ist vor langer Zeit gestorben, darüber redet niemand. Generell wird wenig gesprochen, der Vater kümmert sich als Pfleger im Krankenhaus um alle, aber bei seinen Töchtern tut er sich schwer. Er liebt und versorgt sie, aber reden, über den Tode der Mutter, ihr Leben, Junas Krankheit, kann er nicht.
Um Junas Traum zu erfüllen, vor dem Erblinden noch ein Gemälde von Lotte Laserstein zu sehen, verwendet Martha ihr nebenbei verdientes Geld, um eine Reise nach Schweden zu ermöglichen ...
Was für ein Roman, was für ein Debüt! So fein wie Juna mit ihren Stiften zeichnet, so fein arbeitet Cora Wucherer die Details dieser berührenden Geschichte heraus! Abwechselnd aus Junas und Marthas Perspektive erzählt sie die Erlebnisse des Sommers der Schwestern, bekommen wir ein genaues Bild ihrer Gedanken und Emotionen und der Dynamik zwischen den beiden. Juna hat mittlerweile starke Probleme mit dem Sehen und verkriecht sich immer mehr im Haus. Denn sobald das Licht dämmrig wird, der Boden uneben, kommt sie nur noch schlecht zurecht. Einerseits will sie es ihren Freundinnen nicht erzählen, andererseits nimmt es dadurch nur noch mehr Raum zwischen ihnen ein.
Je schlechter ihre Schwester sieht, umso unsichtbarer scheint Martha selbst zu werden.
Um etwas Freiheit zu haben, erschwindelt sich einen Nebenjob und bekommt so neue Freunde, Ablenkung und Unterstützung. Und verdient etwas Geld, um Junas Traum zu erfüllen. Doch die Reise, die so wunderbar und hoffnungsvoll beginnt, wird bald zu einem Alptraum und die beiden lernen neue Seiten an sich selbst und der anderen kennen und finden zu einem neuen Miteinander. Dabei definieren sie sich auch selbst neu und kommen gestärkt aus diesem Sommer.
Obwohl die Szenerie nur selten einfließt, so hat die Autorin nebenbei ein wunderbares Bild vom Leben in München gezeichnet, für mich ein besonderer Genuss. In letzter Zeit stolpere ich immer wieder über Künstlerinnen, die bisher übersehen wurden, obwohl sie ihren männlichen Kollegen in nichts nachstanden. Es war mir eine Freude und Ehre, nun auch Lotte Laserstein kennenlernen zu dürfen.
Ein rundum gelungenes Debüt, das mich sehr bewegt hat!
Fazit:
Ein wunderbarer, bewegender Roman über Geschwister, Kunst und den Sommer der Jugend.
Kapitel 8
Juna ist 17, eigentlich sollte sie das Leben genießen, auf Partys gehen, ... Doch sie hat eine seltene Krankheit, die erst ihr Gehör beeinflusste, und jetzt ihr Sehvermögen. Bald wird sie blind sein. Ausgerechnet Juna, die schon als kleines Mädchen gewusst hat, dass sie nur eines werden will: Künstlerin! Sie malt in jeder freien Minute, und schon in ein paar Monaten wird ihr das nicht mehr möglich sein.
Neben ihr ihre Schwester Martha, 13, ruhig, gesund, kaum zu sehen. Sie scheint neben ihrer Schwester und deren Problemen ein Stück weit zu verschwinden. Die Mutter der Mädchen ist vor langer Zeit gestorben, darüber redet niemand. Generell wird wenig gesprochen, der Vater kümmert sich als Pfleger im Krankenhaus um alle, aber bei seinen Töchtern tut er sich schwer. Er liebt und versorgt sie, aber reden, über den Tode der Mutter, ihr Leben, Junas Krankheit, kann er nicht.
Um Junas Traum zu erfüllen, vor dem Erblinden noch ein Gemälde von Lotte Laserstein zu sehen, verwendet Martha ihr nebenbei verdientes Geld, um eine Reise nach Schweden zu ermöglichen ...
Was für ein Roman, was für ein Debüt! So fein wie Juna mit ihren Stiften zeichnet, so fein arbeitet Cora Wucherer die Details dieser berührenden Geschichte heraus! Abwechselnd aus Junas und Marthas Perspektive erzählt sie die Erlebnisse des Sommers der Schwestern, bekommen wir ein genaues Bild ihrer Gedanken und Emotionen und der Dynamik zwischen den beiden. Juna hat mittlerweile starke Probleme mit dem Sehen und verkriecht sich immer mehr im Haus. Denn sobald das Licht dämmrig wird, der Boden uneben, kommt sie nur noch schlecht zurecht. Einerseits will sie es ihren Freundinnen nicht erzählen, andererseits nimmt es dadurch nur noch mehr Raum zwischen ihnen ein.
Je schlechter ihre Schwester sieht, umso unsichtbarer scheint Martha selbst zu werden.
Um etwas Freiheit zu haben, erschwindelt sich einen Nebenjob und bekommt so neue Freunde, Ablenkung und Unterstützung. Und verdient etwas Geld, um Junas Traum zu erfüllen. Doch die Reise, die so wunderbar und hoffnungsvoll beginnt, wird bald zu einem Alptraum und die beiden lernen neue Seiten an sich selbst und der anderen kennen und finden zu einem neuen Miteinander. Dabei definieren sie sich auch selbst neu und kommen gestärkt aus diesem Sommer.
Obwohl die Szenerie nur selten einfließt, so hat die Autorin nebenbei ein wunderbares Bild vom Leben in München gezeichnet, für mich ein besonderer Genuss. In letzter Zeit stolpere ich immer wieder über Künstlerinnen, die bisher übersehen wurden, obwohl sie ihren männlichen Kollegen in nichts nachstanden. Es war mir eine Freude und Ehre, nun auch Lotte Laserstein kennenlernen zu dürfen.
Ein rundum gelungenes Debüt, das mich sehr bewegt hat!
Fazit:
Ein wunderbarer, bewegender Roman über Geschwister, Kunst und den Sommer der Jugend.