Eine tiefgreifende Romanidee, die diese Tiefe nicht ganz ergreift

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danilisbeth Avatar

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Juna und Martha sind Schwestern, die außer einem Zimmer nicht viel teilen. Eigentlich neiden sie einander eher vieles: Martha ihrer großen Schwester die Aufmerksamkeit, Jana ihrer Schwester deren Gesundheit. Aus beiden Perspektiven erzählt Cora Wucherer die Entwicklung der beiden jungen Frauen innerhalb eines Sommers, in dem sich so vieles verändert.

Ich habe mich selten durch einen Klappentext so angesprochen gefühlt und mich mit so großer Vorfreude auf das Buch gestürzt.
Es ist auch wirklich gut geschrieben, es liest sich ganz wunderbar. Cora Wucherer gelingt es, die Geschwisterrivalität plastisch darzustellen und beide Seiten gleichwertig zu behandeln.
Martha, die jüngere, erlebt ihre große Schwester als sehr dominant und bevorzugt. Sie lernt in diesem Sommer mehr auf ihrer eigenen Beinen zu stehen und zu dem, was sie ausmacht. Juna dagegen muss mit einer fortschreitenden seltenen Krankheit und deren Fortschreiten kämpfen: ausgerechnet ihr Augenlicht wird immer weiter betroffen sein, wo sie doch Malerin werden will und alles dafür getan hat.
Die Idee des Romans ist für mich wirklich großartig. Die Sicht der beiden Geschwister, deren Veränderungen und Entwicklung. Auch die Veränderung der Schwesterbeziehung gefällt mir.
Ich finde zudem, dass es Cora Wucherer sehr gelingt, die Bedeutung der Kunst zu verdeutlichen. Und sie schreibt nicht nur angenehm, sondern streut auch immer wieder Weisheiten ein, die zum Nachdenken anregen.
Allerdings sind mit einige Bereiche doch zu wenig tiefgründig. Ich hätte gerne mehr und individuell emotionaler von dem Erleben einer so seltenen Erkrankung wie dem Usher-Syndrom gelesen. Gerade, weil ich vom Fach bin. Dass die beiden Schwerstern bei der Geburt der Jüngeren auch noch die Mutter verloren habe, war mir persönlich schon etwas zu viel des Bösen.
Den Roadtrip nach Malmö hat es sicherlich gebraucht, um die Lösung der Story voranzutreiben, aber mir war hier vieles doch arg unrealistisch und zu oberflächlich schnell erzählt.
Es ist mir selten so schwergefallen, Sterne zu vergeben bei einem Roman!

All die Farben, all das Licht ist ein guter Debütroman, dem eine wundervolle Idee zugrunde liegt. Der Schreibstil ist angenehm und man kann sicherlich auch einiges für das eigenen Leben daraus mitnehmen. Für mich eine klare Empfehlung für jugendliche und junge erwachsene Lesende. Mir selbst fehlte es an Tiefe und wirklicher Auserzählung.