Einfühlsamer Roman mit sympathischen Charakteren
Der Debut-Roman All die Farben, all das Licht nimmt den Leser mit auf einen Blick in die Jugendzeit. Sehr einfühlsam wird das Aufwachsen zweier Schwestern beschrieben, deren Sichtweisen abwechselnd die Erzählperspektive einnehmen. Die Geschichte startet mit einer eher konflikthaften Beziehung der beiden, die in der Krankheit von Juna, dem dadurch entstehenden Ungleichgewicht der vaterlichen Beziehung zu seinen Töchtern, und dem Wunsch der jüngeren Martha nach mehr Aufmerksamkeit gegründet ist. Die Autorin überzeugt mich dadurch, dass die beiden Sichtweisen der Schwestern sehr authentisch und dem jeweiligen Alter der Charaktere entsprechen. So fühlt man sich beim Lesen als Erwachsene selbst in seine Jugendzeit zurückversetzt. Das lässt Erinnerungen daran wach werden, wie es war, als man Sichtweisen der Erwachsenen nicht immer überzeugend fand, und von seinem eigenen Erwachsenwerden überfordert und teils überrumpelt wurde. Besonders schön fand ich die Entwicklung, die die Beziehung der beiden Schwestern vom Anfang bis zum Ende des Romans gemacht hat. Definitiv ein angenehmer, leichter Roman, dem es trotzdem nicht an Tiefgang fehlt.