Emotional einnehmend

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All die Farben, all das Licht – genau danach sehnt sich Juna, denn all das wird ihr durch ihre Krankheit, dem Usher Syndrom Stück für Stück genommen. Ihr Traum Malerin zu werden ist damit zum ersten Mal in ihrem Leben nicht mehr klar vorgezeichnet. Auch ihr Vater und ihre Schwester stehen vor Kämpfen und Herausforderungen, allerdings ganz anderer Art. Stück für Stück brechen die Mauern des Schweigens innerhalb der Familie und die drei kommen sich zaghaft näher.
Gerade die verschiedenen Perspektiven schaffen einen sehr klaren Einblick auf die Strukturen innerhalb der Familie, die Gefühlswelten und verschiedenen Probleme, Juni, die gegen ihre Krankheit kämpft, Martha darum übersehen zu werden und ihr Vater immer noch mit dem Verlust ihrer Mutter und der Diagnose seiner Tochter. Auch der Schreibstil ist sehr angenehm für mich zu lesen gewesen. Vereinzelt hat mich der Wechsel zwischen sehr jugendlichen Gedankengängen und Sprache bei Martha zu sehr erwachsenen Gedankengängen und Sprache für ihre 13 Jahre etwas irritiert, aber insgesamt habe ich die Geschichte flüssig und gut lesen können.
Mit einigen Selbsterkenntnissen, sehr emotionalen Momenten aber auch einigen Momenten voller Leichtigkeit und Hoffnung hat mich das Buch sehr mitfühlen lassen und es war für mich bis jetzt eines meiner Lesehighlights 2026. Ich würde das Buch daher jedem empfehlen, der tiefgründigere nachdenkliche Geschichten mit eingestreuten lockeren Momenten schätzt sowie jedem Belletristik Leser.