Geschwister und andere Probleme

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Ein Buch, das genau so gut ist, wie ich es mir erhofft hatte.

'All die Farben, all das Licht' ist ein berührender Coming-of-Age-Roman über zwei Schwestern, die unterschiedlicher kaum sein könnten.
Juna, die Ältere, leidet an einer unheilbare Erkrankung, die dazu führen wird, dass sie nach und nach ihr Augenlicht verliert. Für sie als leidenschaftliche und außergewöhnlich talentierte Malerin ein absolutes Horrorszenario.

Die vier Jahre jüngere Martha ist gesund, steht jedoch schon immer im Schatten ihrer Schwester. Zum einen, weil Junas Erkrankung zwangsläufig viel Aufmerksamkeit verlangt, zum anderen, weil Martha selbst durch kein besonderes Talent hervorstechen kann. Hinzu kommt, dass am Tag ihrer Geburt etwas geschah, das die gesamte Familie und deren Leben bis heute nachhaltig geprägt hat.

Die Kapitel wechseln zwischen den Perspektiven der beiden Schwestern. Dadurch erlebt man ihre Gedanken und Gefühle hautnah und taucht tief in ihren Alltag und ihre Beziehung zueinander ein. Mal hassen sie sich, mal lieber sie sich - genauso widersprüchlich, ungeschönt und authentisch wie Geschwisterbeziehungen und das Erwachsenwerden eben oft sind.

Cora Wucherer erzählt mit ' All die Farben, all das Licht' eine emotionale und glaubwürdige Familiengeschichte, die schwere Themen mit einer erstaunlichen Leichtigkeit vermittelt. Ich mochte die Entwicklung aller Figuren sehr und fand es auch spannend am Ende noch in die Gedanken des Vater Einblick zu erhalten. Das Buch liest sich angenehm flüssig, berührt aber nachhaltig und regt noch lange zum Nachdenken an.

Von mir gibt es eine ganz klare Leseempfehlung.