Großartiges Buch über Familiendynamiken

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julehaase Avatar

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Puh, also dieses Buch wird noch lange nachhallen bei mir. Es ist eine Geschichte über zwei Schwestern, über große Träume, Verlust, Zusammenhalt und darüber, wie wichtig es ist, einander wirklich zu sehen. Ein Buch, das mich wirklich mehrfach zu Tränen gerührt hat und das ich am liebsten jedem Menschen mit Geschwistern ans Herz legen möchte.

Es geht um die beiden Schwestern Juna und Martha. Juna leidet an einer seltenen Augenerkrankung und erhält die Nachricht, dass sie in kürzester Zeit ihr Augenlicht fast vollständig verlieren wird. Für sie bricht damit eine Welt zusammen, denn sie träumt davon, Malerin zu werden. Ihre Angst, ihre Verzweiflung und ihr Kampf damit, sich mit dieser neuen Realität auseinanderzusetzen, haben mich wirklich berührt.

Doch auch Martha hat ihre eigenen Sorgen und Gefühle, die häufig hinter denen ihrer großen Schwester zurückstehen. Sie möchte ihren eigenen Platz finden und selbst gesehen werden. Der immer wiederkehrende Perspektivwechsel macht es möglich ein Teil der Gefühlswelten beider zu werden. Was mir dabei besonders gut gefallen hat, ist, wie genau und einfühlsam beschrieben wird, was in den Figuren vorgeht. Man erfährt nicht nur, was sie erleben, sondern auch, wie unterschiedlich sie Situationen wahrnehmen, was sie beschäftigt und wie sie mit ihren Gefühlen umgehen. Dadurch konnte ich beide Schwestern verstehen, auch wenn ich nicht immer mit allem einverstanden war, was sie getan oder gedacht haben.

Besonders schön fand ich außerdem, dass nicht nur die beiden Mädchen zu Wort kommen, sondern auch ihr Vater einen eigenen Anteil an der Geschichte bekommt. So erfährt man, wie er die Situation erlebt, welche Gedanken und Sorgen ihn beschäftigen und wie er versucht, mit allem umzugehen.

Was mich am meisten bewegt hat, ist die Entwicklung zwischen Juna und Martha. Obwohl sie Schwestern sind und sich schon ihr ganzes Leben kennen, müssen sie erst lernen, einander wirklich zu verstehen. Sie müssen erkennen, dass hinter manchen Reaktionen Ängste stecken, hinter Streit oft unausgesprochene Gefühle und hinter scheinbarer Gleichgültigkeit manchmal einfach Überforderung. Genau das fand ich so realistisch und berührend. Denn wie oft glauben wir, einen Menschen zu kennen, ohne wirklich zu verstehen, was in ihm vorgeht?

Die Geschichte hat mich emotional sehr mitgenommen, weil die Gefühle der Figuren so greifbar beschrieben werden. Gleichzeitig ist das Buch nicht einfach nur traurig. Es erzählt auch von Liebe, Zusammenhalt und davon, dass man selbst in schwierigen Zeiten neue Wege finden kann. Besonders die Verbindung zwischen Junas Leidenschaft für die Malerei und ihrer Angst vor dem Verlust ihres Augenlichts hat mich bewegt.

Für mich ist All die Farben, all das Licht ein ganz besonderes Buch, das ich wirklich jedem mit Geschwistern empfehlen möchte. Es erinnert daran, wie kompliziert und gleichzeitig wertvoll Geschwisterbeziehungen sein können und wie wichtig es ist, einander zuzuhören und hinter die eigene Sichtweise zu schauen. Manchmal braucht es genau das: einen anderen Blickwinkel, um zu verstehen, was im anderen vorgeht.

Ich habe dieses Buch von ganzem Herzen geliebt.