Ich habe dieses Buch wirklich inhaliert.

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern
bookmark_mess Avatar

Von

Die Sprache, die Figuren, das Setting und die Themen, ich mochte alles sehr gerne.

Juna und Martha sind Schwestern, teilen sich seit Jahren ein Zimmer und leben trotzdem komplett aneinander vorbei. Juna träumt davon, Malerin zu werden, bis sie erfährt, dass sie durch eine seltene Augenerkrankung viel schneller ihr Augenlicht verlieren wird, als erhofft. Martha dagegen hat das Gefühl, schon ihr ganzes Leben im Schatten ihrer großen Schwester zu stehen und möchte endlich selbst gesehen werden.

Als Juna unbedingt noch ein Gemälde ihres großen Vorbilds Lotte Laserstein in Malmö sehen will, organisiert Martha kurzerhand einen heimlichen Roadtrip. Nicht besonders durchdacht, aber genau dadurch umso schöner zu lesen.

Was ich am meisten mochte, waren die Perspektivwechsel und wie nach und nach jede auch mal die Perspektive der Schwester einnimmt. Ganz dezent aber doch merkbar. Sie verstehen nach und nach, warum beide so handeln, wie sie handeln, und genau das hat die Geschichte für mich so besonders gemacht.

Auch das eine eher seltene Krankheit eine Rolle einnimmt fand ich sehr gelungen, weil ich vorher noch nie davon gehört hatte. Gleichzeitig geht es nie nur darum. Es geht um Geschwister, ums Erwachsenwerden, um unausgesprochene Dinge und darum, wie unterschiedlich zwei Menschen dieselbe Familie erleben können.

Und dann ist da noch die Kunst. Nicht als Beiwerk, sondern als etwas, das Juna Halt gibt, wenn ihr Stück für Stück die Kontrolle entgleitet. Das hat mich wirklich berührt.

Für mich ist das eins dieser Bücher, bei dem es gar keinen riesigen Plot braucht. Ich wollte einfach wissen, ob diese beiden Schwestern es schaffen, sich endlich wirklich zu sehen. 🤍