Kunst, Verlust und der Mut, weiterzumachen
Die Schwestern June und Martha haben sich auseinandergelebt, obwohl sie sich noch ein Zimmer im Elternhaus teilen. June lebt für die Malerei und beweist großes Talent. Die Künstlerin Lotte Laserstein ist ihr großes Vorbild. Doch Zeichnen bedeutet genaues Hinsehen – und das ist etwas, was June bald nicht mehr tun kann. Sie leidet am Usher-Syndrom, wodurch sie allmählich ihr Augenlicht verliert. Martha ist manchmal genervt von der Sonderbehandlung ihrer Schwester, zumal sie dabei oft übersehen wird. Das trübt den Blick der Schwestern füreinander, was sich im Laufe der Geschichte ändert.
Besonders gelungen fand ich, dass der Roman aus beiden Perspektiven erzählt wird. Dadurch entsteht ein vielschichtiges, realistisches Bild, das Vorurteile hinterfragt und Verständnis für beide Seiten fördert.
Es geht um den schmerzhaften Prozess, ein altes Leben loslassen zu müssen – und um die Abwesenheit einer Mutter, die hilft, diesen Weg zu gehen. Martha teilt ihren Geburtstag mit dem Todestag ihrer Mutter, die sie schmerzlich vermisst und nie kennenlernen durfte. Sie ist das Kind, das still leidet und die Nähe zum Vater vermisst. June hingegen erlebt, wie sich für sie nun eine Tür nach der anderen schließt.
«Vielleicht hatte ich meine große Freiheit schon, und ich habe sie weder erkannt noch genutzt. Und jetzt ist es zu spät.» Ihre Perspektive zeigt nachvollziehbare Gedanken über Abwägungen und die Angst, auf andere angewiesen zu sein. Alles dreht sich um ihre Kunst, ihre Entbehrungen – und dabei übersieht sie den Mut ihrer kleinen Schwester, die mit ihr nach Malmö reist, ohne dem Vater etwas zu verraten, und den Rückhalt ihrer Freundinnen. Denn Halt finden die Schwestern auch in ihrem Freundeskreis.
»Wenn etwas Schlimmes passiert«, wiederholt Arvid seine Worte von zuvor, »hast du eine Menge Möglichkeiten, damit umzugehen.«
Ein Roman über die Beziehung zweier Schwestern, über Kunst, Familie, Verluste und den Mut, weiterzumachen. Einfühlsam und bildhaft schreibt Autorin Cora Wucherer mit einer erstaunlichen Leichtigkeit und zeichnet eine beeindruckende Charakterentwicklung, die im Kopf bleibt, ebenso wie die lehrreichen und inspirierenden Szenen. Deshalb kann ich mich den vielen positiven Stimmen zum Buch nur anschließen. Das macht den Roman zu einer lesenswerten Hommage an die Resilienz – und zu einem unvorhersehbaren Lesehighlight, das auch abenteuerliche und spannende Momente zu bieten hat.
Besonders gelungen fand ich, dass der Roman aus beiden Perspektiven erzählt wird. Dadurch entsteht ein vielschichtiges, realistisches Bild, das Vorurteile hinterfragt und Verständnis für beide Seiten fördert.
Es geht um den schmerzhaften Prozess, ein altes Leben loslassen zu müssen – und um die Abwesenheit einer Mutter, die hilft, diesen Weg zu gehen. Martha teilt ihren Geburtstag mit dem Todestag ihrer Mutter, die sie schmerzlich vermisst und nie kennenlernen durfte. Sie ist das Kind, das still leidet und die Nähe zum Vater vermisst. June hingegen erlebt, wie sich für sie nun eine Tür nach der anderen schließt.
«Vielleicht hatte ich meine große Freiheit schon, und ich habe sie weder erkannt noch genutzt. Und jetzt ist es zu spät.» Ihre Perspektive zeigt nachvollziehbare Gedanken über Abwägungen und die Angst, auf andere angewiesen zu sein. Alles dreht sich um ihre Kunst, ihre Entbehrungen – und dabei übersieht sie den Mut ihrer kleinen Schwester, die mit ihr nach Malmö reist, ohne dem Vater etwas zu verraten, und den Rückhalt ihrer Freundinnen. Denn Halt finden die Schwestern auch in ihrem Freundeskreis.
»Wenn etwas Schlimmes passiert«, wiederholt Arvid seine Worte von zuvor, »hast du eine Menge Möglichkeiten, damit umzugehen.«
Ein Roman über die Beziehung zweier Schwestern, über Kunst, Familie, Verluste und den Mut, weiterzumachen. Einfühlsam und bildhaft schreibt Autorin Cora Wucherer mit einer erstaunlichen Leichtigkeit und zeichnet eine beeindruckende Charakterentwicklung, die im Kopf bleibt, ebenso wie die lehrreichen und inspirierenden Szenen. Deshalb kann ich mich den vielen positiven Stimmen zum Buch nur anschließen. Das macht den Roman zu einer lesenswerten Hommage an die Resilienz – und zu einem unvorhersehbaren Lesehighlight, das auch abenteuerliche und spannende Momente zu bieten hat.