Sehr berührend, aber mit kleiner Schwäche

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truthahnqueen26 Avatar

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„All die Farben, all das Licht“ von Cora Wucherer ist ein Roman, der sich vor allem angenehm und flüssig lesen lässt. Der Schreibstil ist leicht zugänglich, sodass ich wirklich durch die Seiten geflogen bin und gerne gelesen habe. Besonders positiv fand ich die Familiengeschichte und die Entwicklung der Beziehung zwischen den beiden Schwestern Martha und Juna.

Spannend war außerdem, dass die Handlung immer wieder unerwartete Wendungen zeigte. Dadurch bekommt die Geschichte Tiefe und bleibt bis zum Ende interessant. Vor allem die Erkrankung von Juna macht das Buch sehr berührend und regt doch immer wieder zum Nachdenken an.

Trotz der vielen positiven Aspekte gab es leider auch einige Punkte, die mich etwas gestört haben. Ich konnte mich leider nicht wirklich mit den Figuren identifizieren. Ab der Mitte des Buches fand ich es außerdem etwas eintönig, dass Juna oft als schlecht gelaunt und von Angst geprägt dargestellt wird, während Martha eher fröhlich und relativ unbeschwert wirkt. Natürlich ist eine schwere Diagnose ein enormer Einschnitt im Leben eines Menschen, und die psychische Belastung wird im Buch realistisch beschrieben. Dennoch finde ich es etwas schwierig, Betroffene so darzustellen, als würden sie anhaltend in einem Zustand von Angst, schlechter Stimmung und Gereiztheit leben und dies vor allem an ihrem Umfeld auslassen. Meiner persönlichen Erfahrung nach entspricht das nicht immer der Realität. Das soll die Geschichte jedoch keineswegs negativ darstellen, sondern ist lediglich ein einzelner Aspekt, der mir beim Lesen aufgefallen ist.

Insgesamt haben für mich jedoch eindeutig die positiven Seiten überwogen. Der einfühlsame Schreibstil, die bewegende Familiengeschichte und die interessanten Wendungen machen das Buch wirklich lesenswert!