Spannendes Thema, dem die emotionale Tiefe leider fehlt

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donnie_darko Avatar

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Selbst nach ein paar Tagen Bedenkzeit bin ich noch immer hin- und hergerissen. Meine Erwartungen waren im Vorfeld wahrscheinlich einfach zu hoch und durch die vielen positiven Rezensionen hatte ich mich auf eine sehr emotionale Geschichte eingestellt, jedoch wollte bis zum Schluss der Funke einfach nicht überspringen. Was sehr schade ist, da ich die Grundidee rund um das Usher-Syndrom unfassbar spannend finde und genau deswegen die Story auch unbedingt mögen wollte.

Nicht nur der Klappentext, sondern auch die stimmige Covergestaltung haben mich sofort neugierig gemacht. Zudem konnte mich der lebendige Schreibstil direkt überzeugen. Juna und Martha erwachten sofort wie in einem Kopfkino zum Leben, sodass ich anfänglich richtig mitgefiebert habe. Leider ließ diese Euphorie schnell nach, denn viele Passagen blieben mir persönlich zu oberflächlich und die erhoffte emotionale Tiefe ging immer mehr verloren. Stellenweise verlief sich die Handlung in langatmigen Passagen, ohne die Geschichte wirklich voranzutreiben, sodass ich zur Mitte hin sogar kurz über einen Abbruch nachdachte.

Eigentlich schade, denn die beiden Geschwister fand ich grundsätzlich sehr authentisch und den Perspektivenwechsel wirklich gelungen. Insbesondere Junas Einblicke rund um ihre Diagnose waren anfangs so lebendig eingefangen, dass man es stellenweise selbst fühlen konnte. Doch je weiter die Handlung fortschritt, desto unsympathischer wurden beide und am Ende hatte ich schlichtweg aufgehört mich für ihr Schicksal zu interessieren. Dies sollte bei so einer schweren Thematik eigentlich nicht passieren, aber für meinen Geschmack wurde hier vieles nur an der Oberfläche abgehandelt und auch die Darstellung des fortschreitenden Sehverlusts blieb mir etwas zu generalisiert gar emotionslos. Zudem entwickelte sich die Beziehung zwischen Martha und Juna zwar greifbar, jedoch waren viele ihrer Entscheidungen sowie Gedanken eher unstimmig. Mit etwas mehr Feinschliff wäre die Geschichte definitiv mitreißender gewesen, weshalb der Roman für mich eher ein seichter Einstieg in die Thematik ist.

💭 Fazit: Wichtige Thematik, der am Ende die Puste ausgeht. Trotz des tollen Schreibstils kratzt die Handlung für meinen Geschmack viel zu sehr an der Oberfläche, wodurch der Funke einfach nicht überspringen wollte. Ohne zu hohe Erwartungen bekommt man hier eine solide Lektüre für zwischendurch, mehr als 3 Sterne sind für mich aber leider nicht drin.