Vom Übersehenwerden und Gesehenwerden (Hörbuch)

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Zwei Schwestern, die kaum unterschiedlicher sein könnten, teilen sich ein Zimmer, aber längst nicht ihr Leben. Während die ältere um ihren Traum kämpft, obwohl ihr Augenlicht immer weiter schwindet, versucht die jüngere endlich aus ihrem Schatten herauszutreten. Eine spontane Reise wird für beide zu einem Wendepunkt, an dem sie sich selbst und einander neu kennenlernen.

Mich konnte die Geschichte schnell abholen. Die Beziehung der beiden Schwestern wirkt glaubwürdig, mit all ihren Reibungen, unausgesprochenen Gefühlen und kleinen Momenten, in denen langsam Nähe entsteht. Gerade diese Entwicklung macht einen großen Teil des Reizes aus. Die Hörbuchfassung hat mir ebenfalls sehr gefallen. Die beiden Sprecherinnen verleihen den unterschiedlichen Perspektiven viel Persönlichkeit und treffen die emotionalen Momente genau richtig. Dadurch wirken die Figuren lebendig und ihre Gedanken und Gefühle kommen authentisch rüber.

Ein kleiner Wermutstropfen war für mich allerdings der Klappentext. Er verrät bereits viele wichtige Stationen der Handlung, sodass einige Entwicklungen ihre Überraschung verloren haben. Dadurch fehlte mir stellenweise etwas von der Neugier, was als Nächstes passieren könnte. Trotzdem hat mich die Erzählweise bei der Stange gehalten, weil der Weg der beiden Schwestern emotional und nachvollziehbar geschildert wird. Am Ende bleibt eine berührende Geschichte über Geschwister, Träume, Verlust, Mut und die Frage, was wirklich zählt, wenn sich das Leben plötzlich verändert.