Wenn eine Krankheit über die Zukunft bestimmt

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herbstrose Avatar

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Juna ist siebzehn und träumt von einer Karriere als Malerin. Sie ist sehr begabt und möchte an der Kunsthochschule studieren, obwohl sie weiß, dass sie vom Usher-Syndrom betroffen ist und bald ihr Augenlicht verlieren wird. Ihre Schwester Martha ist dreizehn und leidet sehr darunter, dass sie im Schatten ihrer Schwester steht und sich alles nur um Junas Krankheit dreht. Juna wiederum beschuldigt Martha dass sie ohne Mutter aufwachsen müssen, da diese bei Marthas Geburt gestorben ist. Als sich Junas Diagnose plötzlich verschlechtert äußert sie den Wunsch, solange sie noch etwas sehen kann ein Gemälde von Lotte Laserstein, das in Malmö ausgestellt ist, zu besichtigen. Nun ergreift Martha die Initiative und organisiert von dem Geld, das sie heimlich verdient hatte, die Reise für beide. Jetzt müssen sich die Schwestern aufeinander verlassen, müssen füreinander da sein - und kommen sich endlich näher …
Cora Wucherer, geb. 1994 in Oberbayern, ist eine deutsche Journalistin und Autorin. Sie studierte in München Kunst, Musik und Theater, absolvierte die Deutsche Journalistenschule, arbeitete als freie Journalistin für renommierte Medien und ist seit 2022 Redakteurin beim ZEITmagazin ONLINE. Sie lebt in München und Berlin und ist derzeit sowohl als Journalistin als auch als Autorin aktiv. In ihren Werken behandelt sie Themen wie Kunst, Familie und persönliche Entwicklung.
„All die Farben, all das Licht“ (2026 – Klett-Cotta) ist ein großartig gelungenes Romandebüt. Cora Wucherer behandelt darin das schwere Thema Usher-Syndrom sehr subtil und leise, ohne großes Pathos. Die Geschichte liest sich angenehm flüssig. Da die Kapitel abwechselnd aus Sicht der beiden Schwestern geschrieben sind, kann man als Leser tief in ihre Gedanken- und Gefühlswelt eintauchen und ihre jeweiligen Handlungen gut verstehen. Gegen Ende kommt in einem Kapitel auch der Vater zu Wort und lässt uns seine Ansicht wissen. Die Atmosphäre ist ohne Dramatik und erzeugt bisweilen eine nachdenklich-melancholische Stimmung, da die Wirkung von Farben und der jeweiligen Lichtverhältnisse immer wieder aufgegriffen wird. Das Geschehen orientiert sich stark an den Figuren und ihren Beziehungen untereinander, lässt aber dennoch gelegentlich spannende Momente aufkommen.
Fazit: Eine ruhige, sehr emotionale Familiengeschichte, die ich ohne Einschränkungen empfehlen kann!