Wunderbar

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carma1607 Avatar

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„All die Farben, all das Licht“ ist der gelungene Debüt- Roman von Cora Wucherer, der mich absolut beeindruckt hat. Coming-of-Age-Geschichten gehören eigentlich nicht zu meinen Lieblingsgenres – aber diese Geschichte ist anders im besten Sinne.

Im Mittelpunkt stehen die beiden Schwestern Juna und Martha, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Juna ist mit ihren 17 Jahren die Älteste und leidet am Hunter-Syndrom, einer unheilbaren Hörsehbehinderung, die in absehbarer Zeit zu ihrer vollständigen Erblindung führen wird. Ausgerechnet ihr großer Traum, Malerin zu werden, scheint dadurch unerreichbar. Ihre Frustration, ihre Wut und ihre Verzweiflung sind unglaublich nachvollziehbar und werden sehr authentisch beschrieben.

Martha, die jüngste Tochter, ist körperlich gesund, trägt aber ihre ganz eigenen tiefen Wunden in sich, denn ihre Mutter starb bei ihrer Geburt. Besonders gut gefallen hat mir, dass Martha nicht einfach nur die kleine Schwester ist, die in Junas Geschichte eine Nebenrolle spielt. Sie bekommt ihren eigenen Raum, ihre eigene Entwicklung und geht trotz ihres jungen Alters erstaunlich selbstständig ihren Weg.

Die komplizierte Beziehung der beiden Schwestern ist das Herzstück des Romans. Ich kann mich kaum erinnern, wann ich zuletzt über eine Geschwisterbeziehung gelesen habe, die so glaubwürdig dargestellt wurde. Liebe, Eifersucht, Fürsorge und gegenseitige Verletzungen - diese vielschichtigen Emotionen schließen sich nicht aus, sondern sind notwendige Bedingung für das Gleichgewicht in dieser komplexen Schwesternbeziehung.

Mich hat das Buch tief bewegt und an einer Stelle sind mir sogar Tränen gekommen. Die vielschichtigen Charaktere sind großartig beschrieben und wirken authentisch. Man versteht ihre Gefühle, ihre Entscheidungen und auch ihre Fehler. Vor allem das Ende hat die Geschichte meiner Meinung nach richtig rund gemacht.