Wunderbares Debüt

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern
pageturner91 Avatar

Von

Was für ein schönes Debüt! "All die Farben, all das Licht" hat mir richtig gut gefallen.

Im Mittelpunkt stehen die Schwestern Juna und Martha. Juna ist siebzehn und möchte unbedingt Malerin werden – obwohl ihr Augenlicht immer schlechter wird. Martha ist dreizehn und versucht, endlich aus dem Schatten ihrer älteren Schwester herauszutreten. Die beiden haben nicht viel miteinander zu tun, doch als sich Junas Diagnose verschlechtert, müssen sie sich plötzlich aufeinander verlassen.

Besonders gern mochte ich die Beziehung zwischen den beiden Schwestern. Cora Wucherer erzählt sie ganz unaufgeregt und ohne Kitsch. Das Annähern passiert langsam. Nach und nach lernen Martha und Juna einander neu kennen und entdecken, was sie trotz aller Unterschiede miteinander verbindet.

Nebenbei wirft der Roman auch Fragen auf, die vermutlich viele Menschen beschäftigen: Wer bin ich eigentlich? Wer möchte ich sein? Und was möchte ich aus meinem Leben machen?

Sehr gefallen hat mir außerdem der Bezug zu Lotte Laserstein. Von ihr hatte ich vorher noch nie gehört, und ich liebe es, wenn Bücher einen dazu bringen, sich mit neuen Menschen oder Themen zu beschäftigen. Junas Begeisterung für die Künstlerin war für mich total nachvollziehbar, und ich fand es schön zu lesen, wie sehr sie sich mit ihren Werken beschäftigt und sogar nach Malmö reisen möchte.

Ein einfühlsamer Roman über Geschwister, das Erwachsenwerden, Träume und die Frage, wie man seinen eigenen Platz im Leben findet. Dazu noch sprachlich sehr fein erzählt. Für mich definitiv eine Empfehlung.