Zwei Schwestern. Eine Reise. Tausend unausgesprochene Gefühle.

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Die beiden Schwestern Juna und Martha teilen sich zwar ein Zimmer, doch ansonsten scheint sie kaum etwas zu verbinden. Unterschiedliche Freundeskreise, verschiedene Interessen und völlig andere Ziele. Nicht einmal über Junas fortschreitende Krankheit sprechen sie miteinander. Beide kämpfen mit ihren eigenen Sorgen und flüchten auf unterschiedliche Art davor. Eine Mutter, die fehlt, ein Vater, der viel arbeitet, Freundschaften und Beziehungen an Wendepunkten. Und trotzdem machen sie sich gemeinsam auf den Weg nach Malmö, um Junas Herzenswunsch zu erfüllen: eine Ausstellung der Künstlerin Lotte Laserstein zu besuchen.

Schon der erste Satz des Buches ist eine richtige Wucht: „Juna hat ihre Krankheit verdient.“ Selten hat ein Buch mich mit einem einzigen Satz so neugierig gemacht und gleichzeitig so erschüttert. Er schwebte während des gesamten Lesens über der Geschichte und erzählt schon so viel über die Dynamik zwischen den beiden Schwestern. Genauso stark ging es auch weiter. Dieses Buch hat mich berührt, bewegt und irgendwann vollkommen in seinen Bann gezogen. Ich konnte es kaum noch aus der Hand legen. Die Sprache ist wunderschön, modern und gleichzeitig feinfühlig.

Ich mochte besonders, wie die Kunst immer wieder Teil der Geschichte wird. Die Vergleiche zwischen Junas Krankheit und der Entstehung eines Kunstwerks haben der Geschichte eine wunderschöne poetische Ebene verliehen. Besonders geliebt habe ich auch den Perspektivenwechsel zwischen Martha und Juna in der Erzählsweise. Mit jedem Kapitel versteht man beide ein bisschen besser, ihre Entscheidungen, ihre Verletzungen und all das, was unausgesprochen zwischen ihnen steht. Ich habe mich zwar mit einer der beiden Schwestern etwas mehr verbunden gefühlt, aber genau das macht dieses Buch für mich so besonders: Es zeigt, dass jeder sein eigenes Päckchen trägt - auch wenn man es von außen oft nicht erkennt.

Es ist ein Buch über den Umgang mit einer unheilbaren Diagnose: für die Betroffenen Personen, für ihre Familien und für ihr Umfeld. Es zeigt, wie stark Familie werden kann, wenn man beginnt, sich wirklich in den anderen hineinzuversetzen - aber auch, wie kompliziert es für die Menschen sein kann, die einen eigentlich am nähersten sind. Vor allem erinnert die Geschichte daran, wie kostbar Zeit ist. Dass wir nicht auf einen Schicksalsschlag warten sollten, um unser Leben zu hinterfragen, uns von Dingen oder Menschen zu lösen, die uns nicht guttun, oder endlich das auszusprechen, was schon viel zu lange unausgesprochen geblieben ist.