Zwei Schwestern, zwei Stimmen
Mein Leseeindruck, subjektiv, aber spoilerfrei ;)
Erst vor kurzem habe ich Debüts von zwei ebenfalls jungen deutschen Autorinnen gelesen, die mich trotz der vielen positiven Stimmen nicht überzeugen konnten. Entsprechend bin ich doch etwas skeptisch in dieses Buch hier eingestiegen....
Den Schreibstil fand ich ganz wunderbar, leicht, flüssig, zugänglich, jedoch überhaupt nicht platt oder oberflächlich. Sondern sehr feinfühlig, mitreissend, kraftvoll, bildhaft mit mehreren tiefgründigen Formulierungen, die ich mir gerne notiert habe. Geschickt wird aus der Ich-Perspektiven der beiden Schwestern Juna und Martha erzählt.
Entsprechend erhalten wir als Leser einen gründlichen Einblick in die Gedanken und Gefühlswelt der ungleichen Schwestern. Die Charakterausarbeitung habe ich als lebendig, authentisch und bewegend empfunden, ebenfalls hat jede Figur eine ganz eigene, Stimme erhalten, so dass sie gut zu unterscheiden waren. Von der Sympathie her fühlte ich mich übrigens ein bisschen mehr zu Martha hingezogen ;) Da ich selber alleinerziehend bin, konnte ich natürlich auch den Papa der Beiden sehr gut verstehen und vieles auch irgendwie nachvollziehen, ohne Wertung.
Wie weiter oben schon erwähnt war ich etwas skeptisch, gerade, weil auch in diesem Roman hier Kunst eine doch tragende Rolle spielt, nicht gerade so Meins...
Cora Wucherer hat diese Thematik jedoch so unkompliziert, natürlich und nahbar eingeflochten, dass ich absolut keine Probleme damit hatte. Auch hatte ich noch nie etwas über das Usher-Syndrom gehört, weshalb ich diesen Aspekt interessiert verfolgt habe. Für meinen Geschmack blieb allerdings die Darstellung der Krankheit stellenweise etwas zu oberflächlich und hätte noch intensiver und schonungsloser ausgeleuchtet werden dürfen.
Die Geschwisterdynamik, mit den typischen Reibungspunkte der beiden Schwestern, aber auch die eigentliche tiefe Verbundenheit war für mich spürbar und sehr authentisch. Ebenfalls das Tempo und die ganz eigene Entwicklung von Juna und Martha. Gerne hätte ich übrigens noch ein bisschen mehr Zeit auf dem Roadtrip in Schweden verbracht. Das Ende mit dem Epilog wird fast ein bisschen wie im Schnelldurchlauf geschildert das fand ich etwas schade, da hätte sich die Autorin ruhig noch mehr Zeit lassen können ;)
Insgesamt für mich jedoch ein gelungenes Debüt, über das Leben in all seinen bunten Farben.
Ich vergebe gerne 4,5 Sterne
Erst vor kurzem habe ich Debüts von zwei ebenfalls jungen deutschen Autorinnen gelesen, die mich trotz der vielen positiven Stimmen nicht überzeugen konnten. Entsprechend bin ich doch etwas skeptisch in dieses Buch hier eingestiegen....
Den Schreibstil fand ich ganz wunderbar, leicht, flüssig, zugänglich, jedoch überhaupt nicht platt oder oberflächlich. Sondern sehr feinfühlig, mitreissend, kraftvoll, bildhaft mit mehreren tiefgründigen Formulierungen, die ich mir gerne notiert habe. Geschickt wird aus der Ich-Perspektiven der beiden Schwestern Juna und Martha erzählt.
Entsprechend erhalten wir als Leser einen gründlichen Einblick in die Gedanken und Gefühlswelt der ungleichen Schwestern. Die Charakterausarbeitung habe ich als lebendig, authentisch und bewegend empfunden, ebenfalls hat jede Figur eine ganz eigene, Stimme erhalten, so dass sie gut zu unterscheiden waren. Von der Sympathie her fühlte ich mich übrigens ein bisschen mehr zu Martha hingezogen ;) Da ich selber alleinerziehend bin, konnte ich natürlich auch den Papa der Beiden sehr gut verstehen und vieles auch irgendwie nachvollziehen, ohne Wertung.
Wie weiter oben schon erwähnt war ich etwas skeptisch, gerade, weil auch in diesem Roman hier Kunst eine doch tragende Rolle spielt, nicht gerade so Meins...
Cora Wucherer hat diese Thematik jedoch so unkompliziert, natürlich und nahbar eingeflochten, dass ich absolut keine Probleme damit hatte. Auch hatte ich noch nie etwas über das Usher-Syndrom gehört, weshalb ich diesen Aspekt interessiert verfolgt habe. Für meinen Geschmack blieb allerdings die Darstellung der Krankheit stellenweise etwas zu oberflächlich und hätte noch intensiver und schonungsloser ausgeleuchtet werden dürfen.
Die Geschwisterdynamik, mit den typischen Reibungspunkte der beiden Schwestern, aber auch die eigentliche tiefe Verbundenheit war für mich spürbar und sehr authentisch. Ebenfalls das Tempo und die ganz eigene Entwicklung von Juna und Martha. Gerne hätte ich übrigens noch ein bisschen mehr Zeit auf dem Roadtrip in Schweden verbracht. Das Ende mit dem Epilog wird fast ein bisschen wie im Schnelldurchlauf geschildert das fand ich etwas schade, da hätte sich die Autorin ruhig noch mehr Zeit lassen können ;)
Insgesamt für mich jedoch ein gelungenes Debüt, über das Leben in all seinen bunten Farben.
Ich vergebe gerne 4,5 Sterne